Marcel Koller: Ein Appell


Die Würfel sind gefallen, die Entscheidung getroffen: Seit heute 13 Uhr burgenländischer Zeitrechnung steht definitiv fest, dass der Schweizer Marcel Koller der künftige Trainer des ÖFB-Nationalteams sein wird und Willi Ruttensteiner den starken Mann an seiner Seite mimt. Doch wie so oft in Österreich wurde der öffentliche Galgen schon errichtet und der Knoten geknüpft, bevor der Betroffene überhaupt vor dem Richter erscheinen konnte…

Oranje-Export Frenkie Schinkels etwa wetterte bereits gestern, noch vor jeder Personalienbekanntgabe, auf sportnet.at gegen die Entscheidung pro Koller:

„Koller, das ist kein Name! Keiner mit großer Erfahrung!“ Plus: „Mit Bochum spielte er meist gegen den Abstieg.“

Nachsatz: „Da hätte ich lieber Foda, Jara oder die interne Lösung Herzog gesehen.“

Eben erwähnter Kurt Jara, seit seiner Verabschiedung bei Red Bull Salzburg 2006 nicht mehr als Trainer tätig, zeigte sich gegenüber der APA ebenfalls wenig erfreut:

„Das Anforderungsprofil hätte auf mich sicher besser zugetroffen, weil ich im Ausland mehr Erfolg hatte und mehr Titel geholt habe als Koller.“

Ähnlich ORF-Analytiker Herbert Prohaska, der in seiner Krone-Kolumne meint:

„Ohne Koller nahe treten zu wollen: Solche Trainer haben wir bei uns genügend.“

Das Prozedere wirkt bekannt: Schon bei der Bestellung Karel Brückners zum Teamchef äußerten sich etwa Hans Krankl oder Felix Gasselich wenig positiv. Es scheint Usus im öffentlichen Auftreten ehemaliger Fußballgrößen, Eindringlinge von außen prophylaktisch anbatzen und den eigenen Tümpel verteidigen zu wollen. Die Gründe reichen von persönlichen Präferenzen über fadenscheinige Argumente bis hin zu einem überlebenssichernden Netzwerkdenken.

Dabei hat sich der ÖFB meines persönlichen Empfindens nach zu einer Lösung durchgerungen, die nicht zu erwarten war. Kein prominenter Name als populistischer Befriedigungsversuch, kein interner Name mit großem Standing zur Zufriedenstellung seinergleichen.

Mein im Februar 2009 getätigtes Urteil über Windtner muss ich, aus heutiger Sicht, zumindest relativieren:

Der nötige objektive Außenblick für längst überfällige Veränderungen im Strukturfriedhof Österreichischer Fußballbund ist somit fraglich. (…) Er mag uns Lügen strafen, doch ein kräftiges Zeichen in Richtung Reform und Erneuerung ist die Bestellung Windtners zum ÖFB-Präsidenten nicht…

Der Mut zur Reform war – wenn auch spät – ÖFB-intern zumindest soweit vorhanden, als dass man eine Mehrheit dafür fand. Nun muss den Beteiligten aber auch jene Zeit eingestanden werden, derer es für ein realistisches Urteil der abgelieferten Arbeit bedarf.

Denn ich habe wenig Lust, nach einem Abschied von Marcel Koller gleiches schreiben zu müssen wie seinerzeit nach dem Rauswurf/Abschied Brückners: Und schließlich bleibt ihm die Gewissheit, von Anfang an keine reale Chance bekommen zu haben

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~ von hofaj - Oktober 4, 2011.

Eine Antwort to “Marcel Koller: Ein Appell”

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