Die Causa „Admira“


Der Senat 5 der Österreichischen Fußball-Bundesliga hat mit seinem gestrigen Urteil in der Causa „Admira“ einen vorläufigen Schlussstrich gezogen. Neben den Fakten zum Schuldspruch bleibt Interpretationsspielraum, den ich hier nicht ungenützt lassen möchte…

Die Fakten
Der betroffene Klub, die Admira, wurde von der Bundesliga über die verhängte Strafe in Kenntnis gesetzt. Details durfte die Bundesliga – auf Grund der Pflicht zur Verschwiegenheit in Lizenzfragen – nicht veröffentlichen, Admira-Chef Richard Trenkwalder bestätige gegenüber der APA eine Geldstrafe im fünfstelligen Eurobereich. Der zuständige Senat 5 hielt fest, dass das getroffene Urteil „keine Auswirkungen auf den Spielbetrieb hat“.

Somit steht zum heutigen Tage fest, dass die Bundesliga ordnungesgemäß am 16. Juli startet – die Admira in Form eines Geisterspiels beim SK Rapid. Altach – den Vorarlbergern bleibt der Gang vor das Ständig Neutrale Schiedsgericht – bleibt und beginnt in Liga 2 mit einem Heimspiel gegen die Vienna fünf Tage zuvor. Die Möglichkeiten einer Strafe bis zu 500.000 Euro, Punkteabzug, Aberkennung des im Vorjahr errungenen Meistertitels oder sogar der Lizenzentzug bleiben den verurteilten Südstädtern erspart.

Admira-Manager Alexander Friedl sprach von medialer Vorverurteilung und gab dieser am Urteil Schuld, man wolle Protest einlegen. Das hatte Altach bereits im Vorfeld angekündigt, sollte der ehemalige Meisterkonkurrent Admira mit einer Geldstrafe davonkommen.

Die Interpretation
Der getätigte Schuldspruch mit einhergehenden Verurteilung zur Geldzahlung ist in dieser Form keine Strafe, sondern ein Freifahrtsschein: Für einen fünfstelligen Eurobetrag lässt die Bundesliga indirekt zu, Spieler mit Doppelverträgen auszustatten und somit die Bestimmungen zur Erhaltung einer Bundesliga-Lizenz zu unterwandern.

Es ist in dieser Causa eher zweitrangig, wie die Saison unter Einhaltung dieser Bestimmungen verlaufen wäre. Denn objektiv sowieso nicht nachzuvollziebar, dass die von den Doppelverträgen betroffenen Spieler Simon Manzoni und Manu Hervás einen Meisterschaftsentscheidenden Einfluss nahmen. Schwerwiegender die Tatsache, dass die Einhaltung der Bestimmungen zwar gefordert, aber nicht entsprechend sanktioniert wurde.

Zum Vergleich: Der Einsatz von nicht spielberechtigten Spielern hat üblicherweise eine Spielbeglaubigung für den Gegner zur Folge. Im Falle der Admira, wo Manzoni und Hervás nach Bestimmungen der Bundesliga auf Grund der nicht korrekten Verträge ebensolche waren, tat man sich von Seiten des Senat 5 mit einer Geldstrafe zufrieden.

Ob Altach nun ohne Einsatz genannter Spieler bei der Admira Meister geworden wäre oder trotzdem einen Punkt hinter dem Aufsteiger, steht in den Sternen. Für die Zukunft der Bundesliga birgt dieses Urteil jedoch gefährliche Risiken. Es bleibt zu hoffen, dass ein Spruch des Ständig Neutralen Schiedsgerichts dieses ebenso schnell eliminiert…

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~ von hofaj - Juli 2, 2011.

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