Österreichische Bundesliga: Das Chaos im Abseits


Ehe der erste Anstoß der Bundesliga-Saison 2011/12 vorgenommen wurde, stellt sich die Österreichische Fußball-Bundesliga bereits ins Abseits: Mit der heutigen Auslosung des Spielplans schießt sich die Bundesliga unter Vorstand Georg Pangl ein Eigentor und demonstriert die Willkürlichkeit, mit der das eigene Regelwerk ad absurdum geführt wird.

Unbeachtet jeglicher sportlicher Herausforderungen stand die heute erfolgte Auslosung stets unter dem Deckmantel der drakonischen Strafe, die nach den Vorfällen des 297. Wiener Derbys gegen den SK Rapid Wien verhängt wurde. Abstiegskandidat oder Topverein – wer würde in den ersten beiden Heimspielen, in denen Rapid so genannte „Geisterspiele“ absolvieren muss – im Hanappi-Stadion gastieren?

Geworden sind es Aufsteiger Admira und Cupsieger Ried. Kein Meister Sturm, kein Kaliber Red Bull Salzburg und auch kein Erzrivale Austria Wien, was ein Derby bedeutet hätte. So weit so gut, wenn da nicht der Fakt zum Tragen käme, dass in allen anderen Vierteln der Meisterschaft das Derby früher als im 1. Viertel ausgetragen wird.

Die Kollegen von 90minuten.at wittern den vergorenen Braten, fragen bei Ligavorstand Pangl nach und versalzen ihm (zurecht) ordentlich sein Mittagessen: „Aufgrund der größeren logistischen Anforderungen bei einem Spiel im Happel-Stadion wurde ein späterer Derby-Termin im ersten Durchgang angestrebt. Das betrifft die gesamte Spielvorbereitung – inklusive der Sicherheitsvorkehrungen.“

Harter Stoff, den die Bundesliga über seine eigene Vorgangsweise medial verbreitet, und zudem Wasser auf die Mühlen jener, die meinen Rapid würde mit dieser Auslosung für die von der Bundesliga selbst verhängte Strafe entschädigt werden.

Und richtig grotesk wird es, wenn man das öffentlich zugängliche Schriftwerk zu verschiedensten Bestimmungen der Österreichischen Fußball-Bundesliga durchforstet. Denn eben dort heißt es in den Durchführungsbestimmungen, §2 Meisterschaft, (4) Allgemeine Hinweise:
„a) Die Spieltermine ergeben sich aufgrund der offiziellen Auslosung und der vertraglichen Auswahlmöglichkeit durch die TV-Rechteinhaber.“

Kein Passus, der den „späteren Derby-Termin im ersten Durchgang“ legitimieren würde. Das grundsätzliche Wesen einer Auslosung tut das noch viel weniger.

In Österreich richtet man es sich halt immer noch, wie es Einzelnen gerade passt.
So folgt man bei der Bundesliga wohl den eigenen Satzungen, die unter §2 Zweck und Aufgabe folgende Textzeile als Ziel der Bundesliga aufweisen: „die Förderung insbesondere der sportlichen und wirtschaftlichen Interessen der Mitglieder,“. Diese hat die Bundesliga natürlich wahrgenommen, Rapids sportliche und wirtschaftliche Ziele vor Augen bewahrt und damit die eigenen Regelwerke zufriedengestellt.

Wobei ich an dieser Stelle ernsthaft bezweifle, dass man über diese im Hause Bundesliga zur Gänze Bescheid weiß. Und tut man es wider Erwarten doch, so versucht man sich – warum auch immer – mit aller Kraft gegen sie zu wenden…Fortsetzung folgt. Vermutlich ziemlich sicher!

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~ von hofaj - Juni 24, 2011.

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