Baustelle Wien Hütteldorf


Mit dem freiwilligen Abgang von Sportdirektor Ali Hörtnagl sowie der medial inszenierten Selbstdemontage Peter Pacults steht Rapid personell vor einem Neuanfang, und damit zugleich auch vor den Trümmern seiner Vergangenheit. Chancentod hat die Baustellen in Wien Hütteldorf analysiert und herausgefunden, dass dort eigentlich kein Stein auf dem anderen bleiben dürfte…

Baustelle Akzeptanz
Im Westen Wiens ist nicht nur die Erwartungshaltung stets (zu) groß, sondern auch die mitzubringenden Sympathiewerte von maßgeblichem Wert. So war Pacult teilweise persona non grata auf der Westtribüne, begründet von den dort ansässigen durch seine violette Austria Wien-Vergangenheit. Was zwischen Pacult und West einen Keil trieb, war in ähnlicher Art und Weise zwischen Coach und Sportdirektor vorhanden. Nur, dass es sich dabei um persönliche Animositäten handelte. Das Stichwort Akzeptanz ist in Hütteldorf kein unwesentliches, meist aus persönlichen Befindungen. Dabei wird das große Gesamte „Rapid Wien“ oft vernachlässigt, im Klartext: Akzeptanz vor Erfolg für den Verein. Und das tat dem Verein nicht immer gut…

Baustelle Trainerteam
Klar, über vergangene Ereignisse braucht man keine vielen Worte mehr verlieren. Fakt ist jedoch, dass sich weniger Cheftrainer, als viel mehr Trainerteam in Hütteldorf des öfteren veränderte. Da brachte Pacult jene mit, denen er vertraut(e), jagte selbige teilweise die Tür hinaus, um sie – Hauptsache an den Verein gebunden – später wieder als seine eigenen Nachfolger zu sehen. Klare Personalpolitik im Trainerstab sieht anders aus, nicht gemochte wurden einige Ebenen darunter installiert. Gesamtheitliches Konzept von Jugend bis A-Team? Fehlanzeige.

Baustelle Sportdirektor
Ali Hörtnagl tat als Sportdirektor das, was er als Sportdirektor zu tun hatte. Systemimmanent die Tatsache, dass er auf Grund der Nebenerscheinung Werner Kuhn es nicht so tun konnte, wie es richtiger gewesen sein könnte. Es scheint, als ob bei Rapid mit Ausnahme des Fanservices jeder für sich allein funktioniert, die Achse Trainer-Sportdirektor nicht allein für den sportlichen Erfolg verantwortlich und bürgend.

Baustelle Kaderplanung
Ergänzungsspieler und hoffnungsvolle Zukunftsspieler ja, wirklich greifende Verstärkungen aber eher nein: Rapid vertraut seit Jahren auf Alleinunterhalter Steffen Hofmann, sinnvolle Unterstützungen für ihn blieben aus. Die Abwehr hinkt im wahrsten Sinne des Wortes hinten nach, das spielerisch gestaltende, zentrale Element im Mittelfeld ein Graus, die Goalgetter sind irgendwo zwischen Wienerwald und Glasgow verloren gegangen. Zuviele Spieler in der Mannschaft, die seit Jahren eigentlich nur Anhängsel und wenig „Rapid-tauglich“ erscheinen, mit einzelnen Glanzlichtern über das wahre Leistungsvermögen hinwegtäuschten.

Baustelle Zukunftsvision
Junge Spieler heranführen, aufbauen und dann gewinnbringend verkaufen, und trotzdem jedes Jahr um die Meisterschaft mitspielen sowie den Einzug in eine europäische Gruppenphase feiern, ist sportlich ein zu weiter Spagat. Die Realität entspricht der grün-weißen Vision eines Ausbildungsvereins nur stückhaft. Mit dieser selbst gesteckten Zielsetzung hat sich Rapid in die Bredouille gebracht, deren Resultat bekommt man in Hütteldorf nun beinhart präsentiert.

Resümée
Krankl, Herzog, Kühbauer und Konsorten sind Namen (wenn auch mit grün-weißem Herzblut), aber keinesfalls Inhalte. Das Problem an der Wurzel zu packen, Schmerzen in Kauf zu nehmen und damit einige Baustellen für künftige Jahre für beendet zu erklären, scheint bei Rapid Wien nicht angebracht. So arbeitet man zwar an seinen eigenen Baustellen, reisst mit dieser Vorgangsweise aber bloß weitere Löcher auf…

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~ von hofaj - April 12, 2011.

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