Die Rapid-Viertelstunde als UNESCO-Weltkulturerbe


Argentinischer Tango, die Manden Charta in Mali, französische Esskultur und die Rapid-Viertelstunde. Keinen Zusammenhang entdeckt? Wohl kein Kenner der Liste der immateriellen Weltkulturerben der UNESCO. Wenn auch die Rapid-Viertelstunde noch nicht fix, so berichtet sportnet.at, dass diese am Mittwoch in diesen honorigen Kreis aufgenommen werden soll. Kurios, deswegen hat sich chancentod überlegt, welche immateriellen, österreichischen Fußballwerte man unbedingt demnächst folgen lassen sollte…


„Schoko“-Tabelle
Weit über Leoben und Linz, Geburtsort und derzeitige Arbeitsstätte des Erfinders, hinaus bekannt ist sie der Inbegriff der subjektiven Selbsteinschätzung: Die „Schoko“-Tabelle. Der gleichnamige Walter Schachner erfand sie, um seine Teams (FC Zeltweg, FC Kärnten, FK Austria Wien, GAK, 1860 München, SK Austria Kärnten, Admira Wacker Mödling, LASK Linz) stets besser darstehen zu lassen als diese das eigentlich taten. Auf Kabinenwänden wie in Spielerköpfen gleichermaßen tief eingemeisselt, ist sie der Inbegriff des erfolgreichen Traineramts.

Cordoba-Generation (und deren Nachwehen)
Deutschland grandios mit 3:2 in Grund und Boden geschossen war dies der Freibrief für eine Besetzung des österreichischen Fußballs auf Jahrzehnte. Für sich beanspruchend, die Allwissenheit mit Löffeln gefressen zu haben, tat diese Generation um Hickersberger, Krankl, Prohaska und Schachner (ja, wir gratulieren zur 2. Nominierung) alles mögliche, um Österreichs Fußball in den Ballesterer-Olymp zu heben – oder so. Ehrt die gesamte Generation!

Mäzen-Bashing
Ein höchst eigenes, österreichisches Fußball-Phänomen, welches die permanente, sachlich unfundierte Kritik an Großsponsoren in Österreichs Liga bezeichnet. Besonders davon betroffen: Franz Strohsack und Dosen-Milliardär Didi Mateschitz. Egal ob sinnfrei oder tatsächlich wertvoll, deren Handlungen wurden/werden mit derart penetrantem Bashing versehen, dass sich diese Eigenart österreichischer (medialer) Kritik durchaus eine Rangerhöhung auf UNESCO-Status verdient. Weltkulturerbe statt Mäzentum!

Wiener Mafia
Ja, die Verbindung Wien-Neapel gibt es nicht erst seit Erwin „Jimmy“ Hoffer, und folgedessen ist die Mafia fixer Bestandteil der Alpenrepublik-Hauptstadt (gemeint ist Wien, nicht Bern). Besonders intensiv bemüht sich diese um deren Einmischung in fußballerische Belange, was vor allem von Nicht-Wien-Bundesland-Bewohnern (auch: die glorreichen Acht) negiert wird. Die positive Beeinflussung der Wiener Mafia im Sinne der Hauptstadtklubs verdient sich auf Grund seiner Eigenheit den Status des immateriellen Weltkulturerbes.

Wo wir eigentlich wieder bei der Rapid-Viertelstunde wären, die wohl als UNESCO-Weltkulturerbe genau so viel taugt wie eben genannte Beispiele. Aber immerhin haben wir (wir, Österreicher) dann auch so ein immaterielles Weltkulturerbe. Und gscheiter als „Anklöpfeln“ aus dem Unterinntal, der „Windischgarstener Nigloumzug“ oder der „Gasteiner Perchtenlauf“ target=“_blank“ ist die Rapid-Viertelstunde allemal!

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~ von hofaj - März 14, 2011.

2 Antworten to “Die Rapid-Viertelstunde als UNESCO-Weltkulturerbe”

  1. aber, wie die schiedsrichter die wiener vereine bevorzugen, das ist ja wirklich ein skandal… 😉

  2. ein offizieller ordnungsruf für clemensticar! 😉

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