Ilco Naumoski und der fehlende Beweis


Schauplatz Bundesliga Strafsenat: Ilco Naumoski bekommt unter Vorsitz von Dr. Manfred Luczensky für seinen vermeintlichen Faustschlag gegen Wr. Neustadts Zeugwart Harald Ertl eine Strafe von drei Spielen Sperre aufgebrummt. Die Urteilsbegründung des obersten österreichischen Fußball-Straforgans erscheint dabei ebenso lächerlich wie die grundsätzliche Vorgehensweise der Bundesliga.

Das wegen der andauernden Verletzung Ertls bereits einmal vertagte Verfahren gegen Naumoski brachte folgenden Urteilsspruch zu Tage:

„Aufgrund der teilweise widersprüchlichen Zeugenaussagen konnte nicht mit Sicherheit gestellt werden, dass Ilco Naumoski tatsächlich einen Faustschlag gegen SC Magna Wr. Neustadt-Zeugwart gesetzt hat. Da der Spieler aber selbst zugab, dass er Harald Ertl berührt hat, musste eine Strafe verhängt werden“.

Sprich: Der zunächst vermutete Faustschlag konnte Naumoski durch den Strafsenat nicht nachgewiesen werden, die logische Folge wäre der Freispruch gewesen. Allerdings verhängte man auf Grund der zugegebenen Berührung drei Spiele Sperre gegen den Übeltäter, scheinbar nicht wissend ob die Berührung nun eher in Richtung bösartigen Faustschlag oder freundschaftlichen Handschlag ging.

Was in den Katakomben des Wr. Neustädter Stadions nach der 0:1-Niederlage am 4. Dezember vor sich gegangen war, wissen wohl nur die Beteiligten Ertl und Naumoski selbst bzw. jene, die durch widersprüchliche Zeugenaussagen ein eindeutiges Urteil (Frei- oder Schuldspruch) zu verhindern wussten. Jene verhängten drei Spiele Sperre sind eher ein Zeichen dafür, dass man einen Naumoski nur auf Grund seiner Vorgeschichte(n) keinesfalls ungeschoren davon lassen kommen wollte oder konnte.

Neun Spiele Sperre durch das Sportgericht allein in den letzten zwei Saisonen, inkl. der heute verhängten drei Spiele bereits 21 Spiele Gesamtsperre in Naumoskis Bundesligakarriere, sprechen zwar eine eindeutige Sprache, legitimieren Plauschalverurteilungen jedoch keinesfalls.

Ein Armutszeugnis für eine Bundesliga, deren Gremien keine durchsichtigen Entscheidungen zu fällen im Stande sind und deren Kicker viel zu oft abseits des Platzes in Erscheinung treten, statt auf dem grünen Rasen zu glänzen…

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~ von hofaj - Dezember 14, 2010.

2 Antworten to “Ilco Naumoski und der fehlende Beweis”

  1. In meinen Augen ist das Urteil wirklich ein Armutszeugnis. Wenn man der Meinung ist dass er nix gemacht hat, bzw die Beweise/Indizien nicht ausreichen um von „bewiesener Schuld“ zu sprechen, dann muss er freigesprochen werden.

    Allerdings: Der Zeugwart Wr. Neustadts wird nicht zum Spaß sich ins Krankenhaus gelegt haben. Irgendwer wird ihn schon verprügelt haben. Der Zeugwart wirds wohl gesehen haben wers war, damit sollte seine Aussage als Beweis gelten. War es nicht Naumoski muß er – siehe oben – freikommen. Ich kann mir nicht vorstellen dass dieser den echten Täter schützt, nur um Naumoski eins reinzuwürgen. Besonders nachdem dieser ja eine „Berührung“ zugibt. (Genauso wie Dober nach seiner Ellbogenattacke gegen Liendl zugibt ihn berührt zu haben). Damit hätte in meinen Augen Naumoski sehr lang aus dem Verkehr gezogen werden müssen, und zwar eine zweistellige Anzahl an Spielen.

  2. Der Zeugwart hat das Unheil wohl wirklich auf sich zukommen sehen – allerdings steht dann Aussage gegen Aussage, und im Zweifel für den Angeklagten.

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