Habe die Ehre


Es mag Zeiten gegeben haben, da konnte man sich des Eindrucks nicht verwehren, dass eine Einberufung in das österreichische Nationalteam mehr einer Bestrafung des Berufenen als einer Auszeichnung gleichkam. Einher mit der subjektiv steigenden Form des Nationalteams geht allerdings seit kurzem auch eine erhöhte Suche nach Ehre, wie das Beispiel des deutschen Kickers Christian Lell zeigt.

Begonnen hat alles mit prominenten Absagen à la Paul Scharner, der Strukturen im ÖFB kritisierte und damit den Abschied aus selbigem in Kauf nahm. Es folgten Nachahmtäter wie Emanuel Pogatetzt, der sich Scharner anschloss und sich damit auch selbst ausschloss. Beide erfuhren Jahre später leistungstechnische Rück-Einberufungen, was andere nicht davon abhalten sollte, dem Team Adieu zu sagen.

Martin Stranzl sah sich dem Jugendwahn wahllos gegenüber, bevorzugte nach X Verletzungen im Team die Klubkarriere. Alexander Manniger verfluchte zurecht die Bevormundung eines fehlerhaften Michael Gspurning, kickt seitdem nur mehr bei Bedarf für ein gewisses Juventus Turin. Und der in selbiger Liga engagierte Gyuri Garics meinte zu wissen, dass es in Tirol keine Hühnerzuchten geben könne, sprach daraufhin dem DiCo die Eier ab und vertschüsste sich aus dem Team.

Es schien, als seie es einfach nicht schick, den Teamdress überzustreifen. Aber es scheint, als sei dies auch Vergessenheit. Denn, in nicht allzu ferner Vergangenheit war das ÖFB-Team für manch einen von Macho über Maierhofer, Arnautovic bis Prödl ein Sprungbrett, um ballesterische Fähigkeiten unter Beweis stellen zu können.

In sportlich raren Zeiten ist der Einäugige König, steigt der sportliche Stellenwert, tut dies natürlich auch der Wert des Einzelnen. Heute scheint das ÖFB-Team einigermaßen gefestigt, Einberufene kehren gerne dem Verein dem Rücken und dem Nationalteam die Brust. Dies mag mutmaßlich erscheinen, doch Medienberichte bestätigen dies.

Und so engagiert sich auch ein Ex-Bayern-Spieler wie Christian Lell für das österreichische Nationalteam. Aus welchen Motiven auch immer, fußballerisch ist Lell auf der rechten Außenbahn zumindest in Österreich unerreicht. Die Zeit naht, da Dietmar Constantini auch diese Option prüfen sollte. Und das bitteschön abseits jeder Ehre…

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~ von hofaj - November 9, 2010.

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