Die österreichische Bundesliga – ein Modell


In regelmäßigen Abständen kursieren sowohl medial als auch unter Österreichs Fußball-Experten verschiedenste Gerüchte über mögliche und unmögliche Liga-Reformen. Zuletzt Anfang Oktober, als die Regionalligen vor einem möglichen Aus und eine dritte Liga im Raum standen. Bei allem Diskurs wurde jedoch bisher eine Möglichkeit immer außer Acht gelassen, Chancentod skizziert das Modell einer möglichen (österreichischen) Liga…

Es mag abwegig, skurril und irreal klingen, aber bisher stand eine Liga die österreichische Grenzen überschreitet zumindest im Fußball nie ernsthaft im Raum. Doch wäre genau dieser eher außergewöhnliche Denkansatz zum Gestalten einer erfolgreichen österreichischen Fußballzukunft meiner Meinung nach nicht so abstrakt, als das man ihn nicht diskutieren sollte.

Der Gedanke der dieser Überlegung zum Grunde liegt, ist eine grenzüberschreitende Ligaaustragung, wie man es etwa beim Eishockey kennt. Keine nationale Meisterschaft, sondern eine leistungsorientierte und -steigernde internationale. Nicht vergleichbar mit diversen europäischen Bewerben der UEFA, sondern als gefestigte, eigenständige Liga.

Konkret ginge es darum, neben Österreich weitere drei Nationen zu einem Liga-Verbund zusammenzufassen (laut FIFA-Statuten August 2010 eine Zustimmung nach Punkt 80, Bewilligung), um aus jedem Land je vier Teilnehmer in einer eigenen transnationalen Liga gegeneinander antreten zu lassen. Mit 16 Teilnehmern hätte man 30 Meisterschaftspartien, und somit um 6 weniger als derzeit – zumindest in der österreichischen Liga-, was besser koordinierte Terminpläne und mehr Regenerationszeit bei zu erwartenden internationalen Auftritten mit sich ziehen würde.

Bei den vier stärksten Teilnehmern jedes Landes wären zudem Spitzenspiele am laufenden Band garantiert, zwei statt bisher vier Aufeinandertreffen würden einzelne Duelle in deren Bedeutung stärken. Der Leistungsdruck würde das gesamtheitliche Niveau heben, Begegnungen auf sportlicher Augenhöhe jedes Wochenende würden stets vollstes Leistungspensum abverlangen.

Klar, Verlierer dieser neuen Liga wären jene, die es – nach einem Quali-Durchlauf durch „normalen“ Meisterschaftsbetrieb – nicht im ersten Jahr in die neu geschaffene Liga schaffen würden. Doch im Prinzip würde sich außer vier neuer Gegner nicht viel ändern, zudem der Reiz des Aufstiegs im nächsten Jahr für zusätzlichen Ansporn sorgen.

Unter der transnationalen Liga würde in jedem Land wie bisher eine nationale Liga ausgetragen werden, Sieger dieser würde – statt des schlechtesten Teilnehmer eines Landes in der transnationalen Liga – am Ende der Saison dessen Platz einnehmen. So würden ein Absteiger bei vier Teilnehmern eines Landes ebenso für Leistungsdruck sorgen wie die gesteigerte Konkurrenz, auf anderer Seite der potentielle Aufstieg in die „16er-Elite“ ständig Höchstleistungen fordern.

Wenn auch nicht vordergründig, aber doch, wären Vermarktungschancen auf vier medialen und volkswirtschaftlichen Märkten ein weiterer positiver Aspekt einer länderübergreifenden Liga. Primär geht es aber um sportliche Aspekte, die die Entwicklung der österreichischen Spitze des Eisbergs fußballerisch nicht untergehen lassen, sondern weiter zu Tage fördern soll.

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~ von hofaj - Oktober 28, 2010.

4 Antworten to “Die österreichische Bundesliga – ein Modell”

  1. Das mit den Abesteigern ist aber so nicht realisierbar – was wenn der schlechteste Teilnehmer eines Landes die Liga als 4. beendet und dann absteigen muss?

  2. das wäre das Prinzip, dass trotz länderübergreifender Meisterschaft die landesinternen Klubs zu Höchstleistungen gepusht werden – Vorteil bei Abstieg: Man kann in der darunterliegenden Nationalliga dann durchaus junge Spieler einsetzen, da man als guter Absteiger klarer Favorit auf den sofortigen Wiederaufstieg ist!

  3. Das Prinzip verstehe ich – ich halte es schlicht nicht für durchführbar.
    Niemand würde den Abstieg einfach so in Kauf nehmen – weil das sicher mit Budgetanpassungen verbunden wären, was wiederum Kaderanpassungen zur Folge hätte. Und wenn man dann „durchaus junge Spieler“ einsetzt – wie ist man dann noch ein „guter Absteiger“ wenn die Mannschaft eine andere ist?

  4. war nicht als Komplettumbau der Mannschaft gemeint, eher als Integrieren junger Spieler 🙂

    Aber anders gefragt: Wenn du als 4. in der derzeitigen Liga einen internationalen Startplatz verpasst, hat das ja auch Budgetanpassungen zur Folge?!

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