Belgien vs. Österreich: 4:4


Eigentlich war es ein packendes Duell mit überzeugender Leistung gegen die belgischen roten Teufel, doch dann verfiel Österreich in alte Muster und ein taktisch planloser Teamchef konnte gegen den drohenden Einbruch nicht gegensteuern.

Altbewährtes

Constantini blieb seiner bereits bekannten sturen Linie treu, setzte auf altbewährtes, statt sein Team wie von Experten gefordert exakt auf das Spiel der Belgier einzustellen. So stürmte im 4-2-3-1 Maierhofer gegen die unbewegliche belgische Innenverteidigung, Scharner und Baumgartlinger gaben den defensiven Backup für das Kreativtrio Arnautovic-Junuzovic-Kavlak.

Der Rest der Mannschaft war bekannt, im Gegensatz zum Auftreten des Teams: Denn die österreichische Mannschaft zeigte keine Spur von Respekt, spielte erfrischend mit und zeigte offensiv Ansätze von fußballerischer Klasse. So zerlegten Arnautovic und Junuzovic nicht nur beim Ausgleich die komplette belgische Defensive, sondern stellten – gemeinsam mit Kavlak – die gegnerische Hintermannschaft mit Fortdauer immer öfter in den Schatten.

Licht und Schatten

Schatten, den es jedoch nicht nur beim Gegner, sondern auch im eigenen Team zuhauf gab. Während die Offensivdiamanten – allen voran Arnautovic – hell erstrahlten, produzierte die Defensive wenig herzeigbares: Scharner und Baumgartlinger waren im kompletten Spiel wenig präsent, für viele vorgetragene belgische Angriffe mitverantwortlich. Und auch die Viererkette war kaum Herr der Lage, Prödl schwamm, Schiemer mit ihm, Klein hatte die linke belgische Flanke kaum im Griff.

Produkt der schwachen Leistungen waren Chancen der Belgier am Fließband, einzig ein starker Macho im Tor sowie belgische Unfähigkeit verhinderten ein Schützenfest. Unbeeindruckt davon Österreichs Angriff, der trotz Rückstands nach 30 Minuten die erste, nach 60 Minuten die zweite Führung im Spiel für sich verbuchen konnte.

Dummheit

Österreich wirkte souverän, bot den mit dem Rücken zur Wand stehenden Belgiern Paroli. Bis zur 67. Minute, dem Auftritt Paul Scharners: Völlig unnötig rempelte er vor den Augen des Schiedsrichters seinen Gegenspieler um, ging absolut verdient mit Rot unter die Dusche. Führungsspieler agieren anders…

In numerischer Unterzahl kam Österreich zu Konterchancen, hatte das Spiel kurzzeitig in der Hand. Doch dann der Einbruch, bedingt durch die numerische Unterzahl, schwindende Kräfte und einer absolut unverständlichen Wechselpolitik des Teamchefs.

Konzeptlos

Schon vor dem Ausschluss stellte Constantini um, brachte mit Hoffer einen zweiten Stürmer, stellte auf ein klassisches 4-4-2 um. Arnautovic und Junuzovic kamen über die Flanken, Maierhofer agierte als Unruheherd und Hoffer sollte aus der Distanz kommen. Dies ging bis zu Scharners Ausschluss auch gut, doch dann offenbarte Constantini seine Planlosigkeit. Denn es ging nicht etwa ein Stürmer, sondern jener Mann der drei Tore assistierte und nun seine Flankenseite verwaisen lassen musste: Junuzovic. Pehlivan war zwar der logische Wechselspieler, doch Constantini erkannte die Notwendigkeit einer kompakten Zentrale mit agilen Flügeln nicht.

Arnautovic als einzig Kreativen verließ zunehmend die Freude am Spiel, ab der 70. Minute trabte das bis dahin so auffällige Genie nur mehr lustlos über den Platz. Österreichs Offensive musste sich der Dauerbeschäftigung der eigenen Defensive ergeben, und mit der Konzeptlosigkeit von der Trainerbank kamen auch die Fehler. Innerhalb von drei Minuten ergab sich die österreichische Hintermannschaft ihrer selbst, kassierte zwei Tore und verlor das Spiel. Fast, wenn da nicht der eingewechselte Harnik völlig unerwartet den glücklichen Ausgleich erzielt hätte.

Fazit

Österreichs Mannschaft zeigte klare Aufwärtstendenzen, erkämpfte tapfer einen Punkt und bleibt damit im Rennen. Scharner verschaffte sich selbst einen Freischein für eine Nichteinberufung nicht nur im nächsten Spiel (wo er gesperrt sein wird). Und Constantini machte eigentlich alles ric htig, bis er ins Spiel eingriff: Kaum auszudenken, was diese talentierte Mannschaft mit einem Experten auf der Bank zu Leisten im Stande sein könnnte…

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~ von hofaj - Oktober 13, 2010.

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