Rapid und das Stürmerproblem


Es weht ein laues Lüftchen im Hütteldorfer Sturm, und Schuld ist nicht der berühmt berüchtigte Westwind, sondern die eher mäßigen Leistungen der grün-weißen Angriffsfront. Nach den fetten Jahren mit Torreigen und Transfererlösen ist der SK Rapid in der Offensive am Boden der Realität eingeschlagen – im Gegensatz zu den Bällen in des Gegners Tor.

Denn mit nur sieben Toren in sieben Spielen hinkt die grün-weiße Offensive den Erwartungen hinterher, trotz zahlloser Torchancen in Spielen gegen den LASK und im Derby gegen die Wiener Austria. Das derzeitige Problem im Angriffsspiel ist das Fehlen eines eiskalten Knipsers, eines Stürmers, den die Hütteldorfer in der Vergangenheit hatten – und das sogar in mehrfacher Ausführung.

38 Tore in 60 Spielen erzielte ein Stefan Maierhofer für die grün-weißen, 44 Mal knipste Erwin „Jimmy“ Hoffer in 95 Spielen und 43 Jubelschreie entlockte Nikica Jelavic in 95 Spielen den Rapidfans (Quelle: rapidarchiv.at). Addiert brachten die Verkäufe der Tormaschinerie dem SK Rapid mehr als 10 Millionen Euro, hinterliesen aber nach ihren Abgängen keinen freien Raum, sondern nur große Löcher in den Hütteldorfer Angriffsbemühungen.

Hamdi Salihi scorte zwar als Edeljoker in den letzten Monaten 21 Mal in 42 Spielen und kann damit einen absolut herzeigbaren Schnitt aufweisen, kämpft aber in letzter Zeit mit sich selbst, dem Ball und somit auch mit dem Torerfolg. Hochkarätige Chancen wie in der Schlussphase, die Salihi nicht verwerten konnte, fallen seit den Abgängen von Maierhofer, Hoffer und Jelavic aber umso schwerer ins Gewicht. Auch die sechs Tore von René Gartler und die bis dato in der Meisterschaft noch erfolgosen Bemühungen des Adthe Nuhiu lassen Peter Pacults Angriffskonzept in Wirkungslosigkeit verpuffen.

Selbst die Prominenz in Form von Jan Vennegoor of Hesselink hilft den grün-weißen in der aktuellen Phase wenig, zu schwerwiegend sind fehlende Fitness und Spielpraxis sowie die noch nicht weit genug vorangeschrittene Integration in die Mannschaft. Zudem ist dieser vom selben Spielertyp des Adthe Nuhiu und schmälert damit die Alternativen im Angriff – ein schneller, wendiger Stürmer fehlt in den Planungen des SK Rapid ohnehin. Ein Missstand, der vor allem in den Europa League-Spielen gegen stärkere Mannschaften im Konterspiel zum Eigentor werden könnte.

Der Angriff ist ein laues Lüftchen, und es wird wohl wie schon in den vergangenen Jahren an Kapitän Steffen Hofmann liegen, seine Vorderleute so in Stellung zu bringen, dass diese bloß noch verwerten und artig „Dankeschön“ sagen müssen. Denn dass sich der Hütteldorfer Sturm von selbst regeneriert, glauben wohl nur die kühnsten Optimisten. Und trotzdem, Fußball ist anders. Ebenso wie Rapid. Vielleicht schon im nächsten Ansturm gegen den FC Porto…

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~ von hofaj - September 16, 2010.

2 Antworten to “Rapid und das Stürmerproblem”

  1. Schickst den Gatler und in Trimmi vor die zwa mochn des scho.

  2. den Trimmel halt ich für fußballerisch eher mittelbegabt ums fein zu sagen 😉 Gartler hätt ja die Technik, aber die Cleverness fehlt im eindeutig!

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