Lärmbelästigung in Südafrika


Sie ist derzeit in aller Munde: die südafrikanische Vuvuzela, die beim Confederations Cup in Südafrika nicht nur den Lärmpegel in den Stadien nach oben schellen lässt, sondern mittlerweile sogar bei Europameister Xabi Alonso ihren Unmut hervorruft. Doch trotz aller (medialen) Kritik am Einsatz der Vuvuzela muss man eine Lanze für die südafrikanische Trompete brechen…

Denn die Vuvuzela, eine etwa unterarm lange Trompete aus Blech oder Plastik, ist nicht nur fixer Bestandteil in afrikanischen Stadien, sondern vielmehr kulturelles Erbgut afrikanischer Stämme und in den heutigen Sprachgebrauch der Südafrikaner integriert. Schon vor Jahrhunderten dienten Trompeten dem Zusammenruf der Einwohner und wurden zur Jagd eingesetzt – der Pavian sollte einem alten Sprichwort nach durch den Lärm der Vuvuzela getötet werden. Und wie in der deutschen Sprache der Ausdruck „jemanden den Marsch blasen“ exisitiert, so bläst man vergleichsweise in Südafrika verbal die Vuvuzela.

Ihren Einzug in die Fußballstadien erlangte die Vuvuzela, die durch Lippen- und Lungenkraft ein dem Elefantengeschrei oder dem Nebelhorn ähnliches Geräusch erzeugt, auch durch die Spiele des südafrikanischen Fußballteams der Kaizer Chiefs, die ihre Fans vor allem in den letzten 15 Minuten ermutigen, besonders kräftig die Vuvuzela zu blasen. So sind die Vuvuzelas mittlerweile ein Markenzeichen des afrikanischen Fußballs und kommen auch bei Spielen der „Bafana Bafana“ zum Einsatz:

Bei aller Kritik von TV-Stationen, die das Verbot der Vuvuzela in den Stadien für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika fordern, und Spielern, die mangelnde Konzentration auf das monotone Geräusch zurückführen, sei jedoch gesagt: Die FIFA wusste bei der Vergabe der Weltmeisterschaft an Südafrika, dass sie sich wohl auf ein Abenteuer einlassen würde – kulturelle Besonderheiten des Gastgeberlandes inklusive. Will man hier tatsächlich eine traditionelle Kultur ob der kommerziellen Beweggründe zurückdrängen und der Vuvuzela den Marsch blasen?

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~ von hofaj - Juni 18, 2009.

Eine Antwort to “Lärmbelästigung in Südafrika”

  1. Ich geb dir vollkommen recht. Die Vuvzuelas mögen zwar für europäische Ohren nervig klingen, aber woher nehmen wir die Arroganz zu bestimmen, wie die Stimmung in südafrikanischen Stadien sein soll. Gäbe es die Tröten nicht, würde man als TV-Zuseher gar nicht merken, dass in Südafrika gespielt wird (europäisches Stadiondesign, größtenteils europäische Sponsoren u.ä.).

    Im nächsten Jahr werden die Vuvuzelas wohl ohnehin nicht mehr so laut zu hören sein: Dann werden keine Karten mehr verschenkt und Fans aus der ganzen Welt werden einen Gutteil des Stadionspublikums ausmachen. Schlimm wird es aber, wenn besoffene Engländer und halblustige Holländer zu tröten beginnen …

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