Englische Dominanz und spanisches Beiwerk


Mit dem Einzug ins  Halbfinale der UEFA-Champions League garantieren Manchester United und der FC Arsenal zumindest einen Teilnehmer der englischen Premier League im Finale, das am 27. Mai im Stadio Olimpico in Rom über die Bühne gehen wird. Damit setzt sich die schier übermächtige Dominanz  der englischen Vereine der letzten Jahre in der Königsklasse fort…

Denn neben Manchester United und Arsenal kämpfen mit dem FC Chelsea insgesamt drei Vereine von der Insel um den begehrtesten Titel im Klubfußball, einzig der FC Barelona kann ein rein englisches Duell im Endspiel verhindern. Die Konstellation gleicht jener im Vorjahr (einzig die „Reds“ aus Liverpool wurden durch den FC Arsenal „ersetzt“), als die Katalanen als einzige nicht-englische Mannschaft das Semifinale erreichten, um dort jedoch an Sir Alex Fergusons Manchester United zu scheitern.

Doch zwei Jahre hintereinander mit drei Viertel englischer Beteiligung im Halbfinale sind den Mannen von der Insel scheinbar nicht genug, auch in der CL-Saison 2006/2007 kämpften drei englische Mannschaften um den Einzug ins Finale. Und es waren wie in der folgenden Saison Manchester United, FC Chelsea und der FC Liverpool, einzig mit dem Unterschied, dass es kein rein englisches Finale gab und dieses vom AC Mailand mit 2:1 gewonnen wurde.

Man muss schon drei Jahre zurückblicken, um ein Halbfinale in der Champions League zu finden, in welchem englische Vereine anzahlsmäßig nicht dominierten. Damals schaffte es „nur“ der FC Arsenal ins Halbfinale, der im Finale am FC Barcelona scheiterte.

Der FC Chelsea und der FC Liverpool in der Saison 2004/2005 komplettieren eine beinahe unglaubliche Zahl von zwölf von 20 möglichen Halbfinal-Teams in den letzten fünf Champions League-Durchgängen, die aus England stammten. Vier spanische Teams als zweitstärkste Nation der letzten fünf Jahre gehen da beinahe unter.

Die Dominanz der Engländer in der Champions League ist jedoch kein Garant für den Erfolg des Nationalteams, wie jüngste Statistiken beweisen: Während sich die „Three Lions“ nicht einmal für die Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz qualifizierten, holten die Spanier souverän ihren zweiten großen Titel nach 1964. Und trotz der klaren Führung der Engländer in der UEFA-Fünfjahreswertung vor Spanien und drei Teams in den Top-6 der UEFA-Klubwertung bedeutet die Dominanz der Engländer im Klubfußball keineswegs große Erfolge der Nationalmannschaft.

Kein Wunder, sind bei den so erfolgreich spielenden drei Mannschaften nur zehn Spieler im aktuellen Kader von Manchester United Engländer, beim FC Chelsea sind es gar nur sechs und Arsenal kann überhaupt nur mehr mit drei Engländern aufwarten. Und der einzige englische Trainer bei den drei englischen Halbfinalisten ist Sir Alex Ferguson – der ist dafür ein wahres „englisches“ Urgestein.

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~ von hofaj - April 16, 2009.

4 Antworten to “Englische Dominanz und spanisches Beiwerk”

  1. Noch krasser als in Spanien ist das Missverhältnis zwischen Clubs und Nationalteam in Italien, immerhin Weltmeister 2006. In der Champions League läuft es mit Ausnahme des AC Milans (Finale 2005 und 2007) nicht gut. So dominiert Inter seit drei Jahren die Liga, scheitert in der CL aber stets früh – so auch heuer. Auch Roma und Juve konnten nie ins Halbfinale einziehen. Im UEFA-Cup war mit dem AC Parma 1999 (!) das letzte Mal eine italienische Mannschaft im Finale. Auch heuer sieht es schlecht aus, aber vielleicht kann Udinese das Ding gegen Werder heute noch drehen.

  2. Sir Alex Ferguson, ein gebürtiger Schotte, als Engländer zu bezeichnen zeugt schon von Mut! Was würde wohl William Wallace dazu sagen:)
    Auch wenn er im Vergleich zum Rest ManUs doch fast als englischter aller dort beschäftigten durchgeht…

  3. deswegen habe ich englisch auch in Anführungszeichen gesetzt, um genau das auszudrücken, was du in deinem letzten Satz beschreibst 🙂

  4. dann is ja alles in ordnung^^

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