We don’t need no FC Magna


12er-Bundesliga? Erste-Liga mit 16 Mannschaften? Oder doch wie geplant zwei 10er-Ligen? Wieder einmal grübeln Österreichs klügste Fußballköpfe über die zukünftige Gestaltung der beiden höchsten Spielklassen. Auch wenn es sich laut Bundesliga-Präsidenten Martin Pucher nur um „Vorschläge“ und „Diskussiongrundlagen“ handelt – Chancentod hätte da auch eine Idee zum Wohle des heimischen Fußballs:  Wäre es möglich, den Aufstieg des FC Magna in die Bundesliga zu verhindern?

In einem Land, in dem Lizenzen fröhlich von einem Bundesland ins andere verschoben werden (von Pasching nach  Klagenfurt oder von Schwanenstadt nach Wiener Neustadt) und Fußballklubs sich über Jahre beinahe unbemerkt dem finanziellen Ruin nähern (Tirol, Sturm, GAK), sollte das kein Problem sein. Denn egal ob nun Mattersburg oder Altach nach 36 Runden am Tabellenende steht: Der Liga würden beide wesentlich besser bekommen als Stronachs Retortenteam.

Die Strategie des Magna Wiener Neustadt ist altbekannt: fett auf Einkaufstour gehen und dafür sofortige Erfolge am Spielfeld verlangen. Bereits im vergangenen Sommer wurden neben Trainer Helmut Kraft bekannten Namen verpflichtet, alleine von der Wiener Austria kamen mit Sanel Kuljic, Sasa Fornezzi, Hannes Aigner und Yüksel Sariyar vier Bundesligaprofis. Weitere zu erwähnen sind Sebastion Martinez (zuvor SV Ried), Vaclav Kolousek (Wacker Innsbruck), Wolfgang Klapf (LASK) und Patrick Wolf (Austria Kärnten). Beim zu erwartenden Aufstieg wird im Sommer sicher noch einmal tief ins Geldbörserl gegriffen.

Trotz der souveränen Tabellenführung kamen bisher im Schnitt nur dürtige 2.323 Zuschauer zu den Heimspielen. Zum Vergleich: Wacker Innsbruck lockt mehr als 4.700 Besucher auf den Tivoli und Austria Lustenau – bis vor kurzem Tabellenschlusslicht – kommt auch auf einen Schnitt von über 3.000 Gästen. Sollten es für Magna in der Bundesliga nicht wie gewünscht laufen, drohen wohl Geisterspiele à la Südstadt. 

Die geringe Zuschauerresonanz ist aber auch verständlich: Den FC Magna kann man ja alleine aufgrund seines Namens nur schwer mögen. Zudem ist der Begriff „Söldnertruppe“  nicht von der Hand zu weisen. Es fehlt den Niederösterreichern schlicht an Tradition. Der FC Magna wäre neben Red Bull Salzburg und Austria Kärnten bereits der dritte Bundesligaklub ohne „Erdung“. Zudem haben wir seit den unsäglichen Stronach-Jahre bei der Austria genug von Onkel Franks Launen und vor allem von seinen intriganten Beratern.

Wie gesagt: Chancentod ist grundsätzlich gegen Willkür, aber die herrscht im österreichischen Fußball ohnehin. Daher wäre es nur eine weitere Episode, sollte die Bundesliga uns vor den neureichen Wiener Neustädtern schützen. Frei nach Pink Floyd: We don’t need no FC Magna.

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~ von jackoby - April 13, 2009.

6 Antworten to “We don’t need no FC Magna”

  1. Ähm…. hallo?
    Ich bin zwar auch kein Fan vom Strohsack&Co aber er hat zumindest den 3. höchsten Zuschauerschnitt in der Liga(http://www.weltfussball.de/zuschauer/aut-erste-liga-2008-2009/1/). Außerdem wird es einmal Zeit, dass wieder ein Klub aus dem größten und einwohnerreichsten Bundesland mitspielt.

    Austria Lustenau hat wohl noch aus seiner Zeit aus der Bundesliga seine Fans und Wacker Innsbruck kommt nuneinmal aus einer Landeshauptstadt und hat ein schönes und großes Stadion.

    Ich weiß zwar nicht wie das in nächster Zeit laufen wird, gebe dem Projekt aber eine Chance.

  2. naja nicht einmal 2500 Zuseher Schnitt halte ich für einen Verein mit diesen Ambitionen für einen sehr geringen Wert!

    Abgesehen davon hat man ja bei der Wiener Austria gesehen, wie schnell Stronach sein ehemaliges Liebkind wie eine heiße Kartoffel fallen hat lassen…das würde für einen Verein wie Wiener Neustadt das Ende bedeuten, denn ich wage zu behaupten dass die Austria Wien nur auf Grund ihrer Tradition und ihres politischen Backups weiter bestehen konnte!

    Zu guter letzt pfiff Stronach auf die Austria, da er dort sein „Tigerteam“ nicht realisieren konnte. Nun könnte er es, und dann werden Leute wie Kuljic, Kolousek usw. verpflichtet…

  3. Ich hab überhaupt nichts gegen ein Team aus Niederösterreich, nur wären mir Admira (trotz des wankelmütigen Trenkwalders) oder St. Pölten wesentlich sympathischer.

    Natürlich war der ganze Beitrag nicht ernst gemeint, eh klar. Letztendlich ist Magna aber für mich ein Symbol dafür, was in den letzten zehn Jahren im österreichischen Fußball aus dem Ruder läuft: Die Diskrepanz zwischen überehrgeizigen Projekten und konkreten Ergebnissen ist erschreckend. Und wenn eine solche Sache einmal gut läuft (Austria – Daum/Schachner, Salzburg – Adriaanse, Pasching – Zellhofer), kommt ein Präsident (Grad) oder Manager (Svetits, Hochhauser, Rudas) und haut – aus welchen (persönlichen) Gründen auch immer – alles über den Haufen.

    Daher meine Befürchtung: Bei Magna wird es nicht anders sein. Und wenn Stronach geht, fällt Wiener Neustadt sehr tief, wohl mindestens in die Landesliga zurück. Das gäbe es bei solide geführten Klubs wie Mattersburg oder Ried nicht.

  4. Da gebe ich euch beiden schon recht, der FC Magna steht und fällt mit dem Strohsack.

    Nur sind bisher die Vereine auch so pleite gegangen, da braucht es nun einmal keinen Mäzen der den Klub fallen lässt. Es besteht nuneinmal die Chance, dass da vielleicht ein konkurrenzfähiger Klub aus Niederösterreich kommt, der die gesamte Bundesliga ein Stück weiter nach vorne bringen könnte.

    Denn aktuell sind ein Altach und ein Mattersburg eben auch nicht die offenbarung in der Buli und was im Hintergrund für Gelder geflossen sind, will ich eigentlich auch nicht wissen…

  5. Wenn man bei Stronach wenigstens wüßte was er überhaupt will! Beim Mateschitz ists klar: Marketing, Marketing, Marketing. Was Stronach will, weiß keiner. Ist das nur ein Hobby? Will er sich ein persönliches Denkmal setzen? Will er politisches Lobbying damit betreiben? Marketing ists bei ihm sicher nicht, weil ich persönlich zwar schon öfters ein Magnum, aber nie ein Magna in einem Supermarkt gesehn hab, deshalb die Werbewirkung in der Breite eher wurscht ist.

    Dass er bei der Austria sein Tigerteam nicht realisieren konnte ist schlicht und einfach falsch. Es wurde zu Zeiten der Austria vermutlich nichtmal ein Kugelschreiber ohne sein ok gekauft, er hat bis in die Kaderplanung und Aufstellung hineingepfuscht (sonst wäre Troyanski seit 7 Jahre nicht mehr bei der Austria), wenn Stronach gewollt hätte dass eine Mannschaft aus jungen österreichern spielt, dann wäre das so gewesen. Wie sonst wäre es möglich gewesen dass der Betriebsführer, also der, der entscheidet was passiert, sagt: „Bitte, ich will mit jungen österreichern spielen“, und dann haben wir phasenweise eine Mannschaft ohne einen einzigen Österreicher am Feld (wie unter Kronsteiner) gehabt.

    Also, ganz so einfach ists nicht. Das Problem bei der Austria war, dass die Austria ein Verein mit Tradition und Fans ist, und dass die Fans nicht bei jeder schwachsinnsidee Ja und Amen sagen. Und, dass es vermutlich durch den Namen Austria noch mehr Motten um sein Geld gibt. Deshalb hat ers jetzt leichter. Zwar noch immer die selben Motten, aber nicht mehr so viele, und sicher keine Fans die auf die Barikade steigen wenn Vereinsurgesteine mit Füßen getreten werden, weils die nicht gibt, etc.

    Von mir aus können mir der FC Trenkwalder als auch der FC Magna bleiben wo der Pfeffer wächst. In der obersten Spielklasse hätt ich lieber Austria, Rapid, GAK, Sturm, Lask, Innsbruck, Austria Salzburg, von mir aus sogar Sportklub und Vienna, etc, also Vereine mit Tradition, echte Fans und nicht erfolgjagende Konsumenten.

    Das Problem dass solche Mäzenen-Projekte in meinen Augen grundsätzlich haben ist, dass sie es gewohnt sind Entscheidungen zu treffen, aber hier keine Ahnung von der Materie haben. Stronach mischt sich in die Kaderplanung ein, hat aber keine Ahnung ob ein ausgewechselter Spieler wieder eingewechselt werden darf. Trenkwalder ist genau das selbe Kaliber. Einzig Mateschitz weiß dass er keine Ahnung hat, und delegiert die Aufaben weiter. (Deshalb ist er auch wesentlich erfolgreicher als der Stronach je sein wird)

    FC Niederösterreich: Soll sein. Große Fußballtradition hat das Bundesland wirklich nicht, wenns einen Verein aufstellen, der sich langfristig selbst finanziert, und nicht durch das Geldbörserl vom Stronach/Trenkwalder am Leben gehalten werden muß, ja, gern. Aber so Projekte wie der FCM und die Admira jetzt sind irgendwie zum Scheitern verurteilt. Sogar Hopp in Deutschland will ja jetzt unbedingt Hoffenheim auf eigene Beine stellen, dass sie nicht mehr von ihm abhängig sind.

  6. der drittletzte Absatz verursacht bei mir melancholische Wunschvorstellungen…oh wie wäre das schön!!!

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