Vive OM


OM: Zwei Buchstaben, die nicht nur Frankreichs populärsten Fußballverein, sondern auch die Lebensfähigkeit der Hafenstadt Marseille mit ihren zahlreichen sozialen Konflikten und Brennpunkten repräsentieren. Olympique ist der Beweis, dass nicht die gesamte Macht der Grande Nation im „Wasserkopf“ Paris gebündelt ist. Soll doch der neue Sonnenkönig Sarkozy vom Elysee-Palast aus das Land regieren – viel wichtiger ist, dass das verhasste PSG in der Tabelle hinter Olympique Marseille liegt (allen Interessierten sei die 33. Ausgabe des Ballestereres mit seinem OM-Schwerpunkt  wärmstens empfohlen).

Seit den glorreichen Jahren (1986 bis 1993) unter dem später verurteilten Präsidenten Bernard Tapie, der Weltstars wie Rudi Völler, Jean-Pierre Papin und Chris Waddle ins Stade Velodrome lockte, warten die fanatischen OM-Anhänger auf einen Titel in der Ligue 1. Seit dem Ostersonntag 2009 dürfen sie zumindest wieder träumen: Nachdem Serienmeister Olympique Lyon im eigenen Stadion nur 2:2 gegen den AS Monaco gespielt hat, liegt Marseille sieben Runden vor Schluss mit einem Punkt Vorsprung an der Tabellenspitze.

Die Herzen in Marseille werden derzeit hoch wie selten zuvor schlagen. Wer die Leidenschaft der Anhängerklubs kennt, die hinter beiden Toren im Stade Velodrome ein ohrenbetäubendes Spektakel veranstalten, kann die leuchtenden Augen direkt vor sich sehen.

Bei OM scheint man nach Jahren der Rückschläge und der vergeblichen Suche endlich die Mannschaft gefunden zu haben, die für den neunten offiziellen Meistertitel (jener von 1993 wurde wegen Bestechung aberkannt) sorgen kann. Neben Routiniers wie dem erst im Jänner verpflichteten Sylvain Wiltord und dem Niederländer Boudewijn Zenden begeistern vor allem die Stürmerstar Mamadou Niang (Senegal) und  Bakari Kone (Elfenbeinküste) sowie Mittelfeldass Hatem Ben Afra. Der Titel wäre – trotz des Renommees und der klingenden Namen – eine Sensation: Zu überlegen war Lyon in den vergangenen sieben Jahren, zu groß schien die Diskrepanz des Serienmeisters (Lyon gewann alle Meisterschaften seit 2002) zu seinen Verfolgern.

2009 könnte das Jahr für OM werden. Auch im UEFA-Cup ist die Truppe von Trainer Eric Gerets noch vertreten. Allerdings sieht es nach dem 0:2 im Viertelfinal-Hinspiel gegen Schachtar Donezk nicht allzu gut aus. Aber Olympique Marseille ist kein normaler Fußballklub. Hier passiert ständig Verrücktes. Vielleicht wird der Fanatismus der Anhänger nach langer Wartezeit endlich wieder belohnt.

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~ von jackoby - April 12, 2009.

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