Co fliegt mit den Kühen


Es war der 1. April 2008, an dem Red Bull Salzburg im Trainingszentrum Taxham den neuen Cheftrainer präsentierte. Jacobson „Co“ Adriaanse sollte als neuer Leithammel für Amüsement sorgen, es klang fast so als würde Adriaanse engagiert werden, um den lahmen roten Bullen Flügel zu verleihen. Nun fliegen sie, und Co gleich mit ihnen…

Denn „es gab einfach Dinge, die nicht so gepasst haben, um den Vertrag zu verlängern“, wird Sportchef Heinz Hochhauser auf der Vereinshomepage zitiert. Und das, obwohl Adriaanse seinen Spielern neuen holländischen Wind einhauchte, der Mannschaft ein Profil und ein System verpasste, das mit offensiver Ausrichtung und dem Resultat von fünf Punkten Vorsprung auf Rapid Wien zur Philosophie von Red Bull passen müsste.

Es hätte auch von Anfang an alles so gut geklappt zwischen „Co“ Adriaanse, Heinz Hochhauser und Red Bull.

„Ich freue mich auf diese reizvolle Aufgabe“, schwärmte der ehemalige Double-Gewinner mit dem FC Porto beim Amtsantritt, „mich haben das professionelle Umfeld und die Perspektiven bei diesem attraktiven Verein überzeugt.“  Auch Sportchef Heinz Hochhauser stimmte in die Lobeshymnen mit ein: So wäre Adriaanse der „erklärte Wunschkandidat“ für Red Bull gewesen. (Zitate: kurier.at vom 13. März 2008).

Um gleich einen hinterher zu schießen und ein längeres Engagement in Aussicht zu stellen: Auf die Frage von Horst Hötsch in der „Sportzeitung“, ob es stimmt, dass Adriaanse nur einen Einjahresvertrag bekam, antwortete Hochhauser: „Nein, stimmt nicht.“ (Zitat: Sportzeitung vom 18. März 2008).

Offensichtlich lief etwas falsch in der Mozartstadt. Entweder Didi Mateschitz, oberste Instanz bei Red Bull, hatte ein Problem unbekannter Art mit „Co“ Adriaanse oder man kam in Wals-Siezenheim mit dem Führungsstil des Holländers, dem der Ruf eines Trainers mit eiserner Faust vorauseilt, nicht klar.

Fakt ist, dass Adriaanse mit dem Verpassen der Champions-League und dem Aus im Cup zwar zwei seiner drei vor Saisonbeginn definierten Saisonziele verpasste, in der Meisterschaft aber auf bestem Wege in Richtung Titelgewinn ist und die mannschaftliche Entwicklung für die Zukunft unter Adriaanse gut voran ging. Mit einem Meistertitel in der Tasche hätte man ruhigen Gewissens in Richtung nächster Saison und Champions-League blicken können. Adriaanse hatte die Bullen beinahe soweit, konstant fliegen zu können. Für den Moment tun sie das zwar, aber „Co“ nicht mehr mit ihnen…

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~ von hofaj - April 7, 2009.

3 Antworten to “Co fliegt mit den Kühen”

  1. Die Vorgehensweise bei Red Bull erinnert stark an die Stronach-Jahre bei der Austria: Jedesmal, wenn ein Trainer ein funktionierendes Team formiert und der Erfolg sich langsam eingestellt hatte, wurde er rausgeschmissen. Und auch damals waren es die „Manager“ im Hintergrund (Rudas, Svetits), die intrigant die Fäden zogen. Hochhauser soll ja auch kein einfacher Zeitgenosse sein …

  2. Ach ja: Der wahrscheinliche Nachfolger Huub Stevens hat gegenüber einer niederländischen Website gesagt, dass die Chance groß sei, dass sein nächster Klub etwas „exotisches“ wird. Wenn er Salzburg meint, wäre das lustig, zeigt aber wieder einmal unser internationales Standing.

  3. mit der Aussage es sei etwas „exotisches“ hat er sein Engagement bei Red Bull quasi offiziell verlautbart! 🙂

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