Didi, motivier mi!


ER ist gelandet: Der freundlichste, fescheste und eloquenteste österreichische Fußballtrainer seit Leopold Stastny. Didi „Bin weg, bin wieder da“ Constantini wurde im Blitztempo zum Nachfolger von Karel Brückner bestellt. Auch wenn ÖFB-Boss Windter von der „Krone“ täglich publizistich verdroschen wird: Der Oberösterreicher macht Nägel mit Köpfen, das muss man ihm lassen. Constantini hat sich – wie jeder andere Trainer – seine Chance verdient. Manche der für ihn vorgebrachten Argumente sind aber dennoch zu hinterfragen.

1) „Teamchef-Kandidat der Herzen“ (Süddeutsche Zeitung): Alle lieben Didi! Manche Medienberichte vermitteln zumindest diesen Eindruck. Dieser Ansicht ist in der heutigen „Krone“ auch Peter Pacult: „Didi hat den Bonus in der Öffentlichkeit, den man für den Job braucht.“ Nun ja, Pacult selbst hätte als Neo-Teamchef außerhalb des Rapid-Lagers sicherlich für rasende Wut und Ablehnung gesorgt. Ist der smarte Didi aber tatsächlich so ein Sympathieträger? So fesch wie KHG und Rainer Pariasek ist er auch wieder nicht und ob sein mürrisches Tirol Gemüt abgesehen von den Wiener Seelenverwandten so gut ankommt … 

2) „Er kann schnellen Erfolg bringen“ (Franco Foda, „Heute“): Ohne Zweifel hat Constantini bei seinen letzten, meist kurzen, Gastspielen auf der Betreuerbank die Ziele erreicht: Mit der Austria und Pasching sicherte er an wenigen Spieltagen einen UEFA-Cup-Platz. Wie der „Kurier“ aber richtigerweise bemerkt, hat Constantini – obwohl seit 1987 als Trainer bei vielen Clubs tätig – noch keinen Titel geholt. Wird beim Team aber niemand verlangen …

3) „Top-Motivator“ (Kleine Zeitung): Gut, ob Didi in der Kabine auf Jürgen Klinsmann macht, wissen wir nicht. Aber den Eindruck eines beinahe magischen Motivators macht der ruhige Tiroler nicht. Wenigstens ist er kein Häferl à la Christoph Daum oder Werner Lorant. Der Hinweis auf seine letzten Erfolge (siehe Punkt 2) ist kein hieb- und stichfestes Argument: Den sogannten „Trainereffekt“ heißt es über einen längeren Zeitraum zu bestätigen. Das blieb Didi meist schuldig.

Auffallend: Bisher halten sich die „Heckenschützen“ des österreichischen Fußballs zurück. Mit Admira-Trainer Walter Schachner wagte sich nur einer der ewig selbstverliebten Córdoba-Generation aus der Deckung und lästerte gegenüber dem „Kurier“ – aber nicht gegen Constantini, sondern gegen den neuen Co-Trainer: „Hier geht es offensichtlich nicht um Erfolge, sondern um die persönliche Verbindugn von Peischl zu Constantini“.

Jaja, die Tiroler Mafia. Schön, dass unser Fußball keine anderen Probleme als persönliche Animositäten hat.

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~ von jackoby - März 5, 2009.

Eine Antwort to “Didi, motivier mi!”

  1. sehr guter beitrag! 🙂

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