Die Euro: Spielzeug der Großen


Eine Meldung und ihre Geschichte: Wales und Schottland werden nicht wie geplant gemeinsam für die Ausrichtung der Euro 2016 kandidieren. So what? Interessant ist die Begründung: Neben der aktuellen Wirtschaftslage führte auch die Aufstockung von 16 auf 24 Teams zum Beschluss. Für so ein aufgeblähtes Turnier könne die Infrastruktur (Stadien etc.) nicht gewährleistet werden, so die Briten.  Der Sprecher des schottischen Verbands schlussfolgert: „Das zeigt, dass es die großen Nationen sein werden, die sich in Zukunft für diese Meisterschaften bewerben.“ Er dürfte recht haben: Für die Euro 2016 werden wohl lediglich Frankreich und Italien im Rennen bleiben.

Michel Platini inszeniert sich gerne als Freund der kleinen Fußballnationen. Nun schenkt er zwar mehr Teams die Möglichkeit zur Euro-Teilnahme (und der UEFA zusätzliche Einnahmen), macht es aber gleichzeitig Verbänden wie dem schottischen fast unmöglich, das Kontinentalturnier auszutragen.

Schade! Damit endet eine Tradition, wie ein Blick auf die letzten Turnier beweist: 1992 Schweden, 2000 Niederlande/Belgien, 2004 Portugal und 2008 Schweiz/Österreich. In drei Jahren sollen Polen und Ukraine einen fußballbedingten Aufschwung erleben. Nun wird die Ausrichtung eines Turnier dieser Dimension – immerhin war die Weltmeisterschaft noch 1994 in den USA ebenso umfangreich – wohl den „Big Five“ (Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich und England) sowie eventuell Rußland vorbehalten bleiben.

Diese Entwicklung war von Platini wohl nicht intendiert – dennoch hat sie den fahlen Beigeschmack einer „Kompensation“ für die Strategie der FIFA, die Weltmeisterschaft nur noch selten nach Europa zu vergeben. Seien wir froh, dass Österrech im Vorjahr die Chance hatte, eine großartige Euro zu veranstalten.

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~ von jackoby - März 2, 2009.

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