Meisterliche Unfähigkeit


Der SK Rapid Wien und die Finanzen, eine scheinbar unendliche Geschichte. Vor wenigen Tagen gestand sich Rapid-Präsident Rudolf Edlinger, seines Zeichens ehemaliger SP-Finanzminister, im Kurier-Interview ein, dass finanzielle Sorgen auch dieses Jahr wieder drohen: „Wir sind liquide bis März. Dann benötigen wir wieder einen Sponsor-Vorschuss.“ Ein Eingeständnis, das nicht neu, aber unverständlich, ist beim regierenden Meister in Wien-West…

Am 23. Oktober 2001 übernahm Rudolf Edlinger das Amt des Präsidenten beim SK Rapid Wien, was folgten waren Ansagen wie „Unser gemeinsames Ziel ist es, eine wirtschaftliche Basis für einen gesunden Verein zu schaffen.“, „Wir müssen uns endlich mit einer seriösen Fußball-Finanzierung in Österreich beschäftigen.“ oder „Wir befinden uns in einer Phase der Budget-Konsolidierung.“ bis hin zu Grundsatzaussagen à la „Unser Grundprinzip ist, nicht mehr Geld auszugeben als wir haben.“

Alles Schall und Rauch (ausnahmsweise einmal nicht von der Westtribüne…), zieht man in Betracht, dass Rapid heuer nicht das erste Mal auf Sponsorengelder vorgreifen muss und deshalb die aktuelle Bundesliga-Lizenz auch nur unter finanziellen Auflagen erhalten hat.

Doch woher ruhen diese finanziellen Sorgen, hat Rapid seit der Saison 2004/2005 ein geschätztes Transferplus von 5 Millionen Euro erwirtschaftet, sind die Einnahmen aus dem Merchandising laut Klubservice-Leiter Andy Marek im November und Dezember 2008 im Vergleich zum Vorjahr um beachtliche 30 Prozent gestiegen, durfte der Verein zwar nicht an den Punkteprämien doch aber an den Startgeldern der Champions League mitnaschen, ist die Kathedrale „St. Hanappi“ nahezu jedes Spiel ausverkauft…

Genau wissen können es nur jene, die die Hand über das „gläserne Budget“ des selbsternannten Rekordmeisters halten. Das sind auch jene, die über kolportierte 1,8 Millionen Euro Sponsorengelder der OMV bzw. 1 Million Euro von Mobilfunktanbieter Orange pro Jahr verfügen – von den Zahlungen des Hauptsponsors Wien Energie und anderen Kleinsponsoren ganz zu schweigen.

Das sind nun aber auch jene, die trotz positiver Entwicklungen (wie oben beschrieben) den Canossa-Gang antreten und wieder um einen finanziellen Vorschuss der Sponsoren bitten müssen – und irgendwann auch dem treuen Fan eine Erklärung abliefern müssen, warum sich das Donnergrollen über dem Hanappi-Stadion immer mehr verdichtet…

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~ von hofaj - Januar 30, 2009.

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