Fauler Hokuspokus statt Bandenzauber


Der Zirkus Stadthalle hatte nach zwei Jahren wieder geöffnet. Einzig die Artisten zeigten kaum Außergewöhnliches.

Am vergangenen Wochenende wurde wieder einmal versucht, an die Tradition des Wiener „Bandenzaubers“ anzuknüpfen. „Dribblanski“ war ein vielversprechender Name für das zweitägige Turnier, letztendlich angesichts des weitgehend unspektakulären Kicks am Parkett aber zu hochgegriffen. Statt Bandenzauber bekamen die Zuseher eher faulen Hokuspokus präsentiert.

Natürlich macht die Entwicklung in Richtung „mehr Athletik“ auch vor dem Hallenfußball nicht halt. Kaum ein Spieler hatte die Zeit, um seine Tricks auszupacken: Unmittelbar nach Ballannahme war zumindest ein Gegner zur Stelle. Die gerne bemühten Hallenkönige der 70er (Stichwort: Prohaska) waren zwar Primgeiger, aber im Vergleich zur Dynamik des 21. Jahrhunderts Stehfußballer.

Ihr übriges taten die teilnehmenden Mannschaften: Große Namen wie Hofmann, Acimovic oder Vastic fehlten und so manch anderer präsentierte sich eher lustlos. „Kronen Zeitung“-Sportchef Christopher Wikus stellte in seiner heutigen Kolumne treffend fest: „Bei manchen hatte man fast den Eindruck, dass ihnen ihr Klub weitgehend wurscht ist, genau wie dessen Anhänger, und ihr Sport in Wahrheit auch.“

Diese Kritik mag zu harsch sein, im Kern stimmt sie allemal: Hallenfußball ist für Bundesliga-Profis eher lästige Verpflichtung als Freude an der Arbeit. Da verwundert es nicht, dass sich im Finale die mit großem Einsatz spielenden  Regionalligeclubs Vienna und Sportklub gegenüberstanden.

Ungeachtet aller Kritik hat das „Dribblansiki“-Turnier zumindest gezeigt, dass der Hallenfußball in Österreich noch am Leben ist: An beiden Turniertagen kamen über 9.000 Leute in die Stadthalle. Zu wünschen wäre für kommendes Jahr, dass sich auch die heuer abwesenden „Stars“ den Fans zeigen. In England, Spanien oder Holland müssen Profis ja auch den gesamten Winter durchspielen.

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~ von jackoby - Januar 5, 2009.

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