Die Aktie Marc Janko


Dass ein Österreicher in halb Europa heiß begehrt ist, kommt nicht alle Tage vor. Doch Marc Janko steht schon seit längerer Zeit auf den Notizblöcken europäischer Scouts. Mit 20 Toren in ebenso vielen Spielen bei Klub und Nationalteam und ausbleibendem Verletzungspech hat er seinen Marktwert in kürzester Zeit in unbekannte Sphären katapultiert. Von der höchsten Ablösesumme für einen Österreicher aller Zeiten bis hin zu sogar zweistelliger Millionenablöse ist die Rede, wenn da nicht ein ominöser FIFA-Paragraf wäre…

Artikel 17 des FIFA-Transferstatus nämlich, der besagt, dass Spieler unter 28 Jahren (Janko ist 25) ihren Vertrag nach einer Schutzzeit von drei Jahren gegen die Bezahlung einer Entschädigung einseitig auflösen können. 2001 war dieser Artikel auf Druck der EU-Kommission ins Regelwerk des Weltfußballverbandes aufgenommen worden.

Bis dato noch unbeachtet sorgt nun jedoch der „Fall Webster“ für Aufsehen, bei dem der Schotte Andrew Webster 2006 – ein Jahr vor Vertragsende – seinen Vertrag beim schottischen Klub Heart of Midlothian FC kündigte und in die englische Premiere League zu Wigan wechselte. Hearts sah sich im Recht, verlange über 5 Millionen Euro Ablöse, der Oberste Sportgerichtshof CAS berief sich – wie Webster – auf Artikel 17 und setzte eine Ablöse von nur 200.000 Euro fest – das Jahresgehalt Websters bei seinem bisherigen Arbeitsgeber. Die FIFA, die den Artikel 17 ja selbst in ihr Reglement aufnahm, ist der Ansicht, dass „das Urteil zugunsten des Spielers weitreichende und verheerende Folgen für den gesamten Fußball haben wird.“

Im Fall Janko heißt das nun konkret: Der Spieler Marc Janko ist seit Juli 2005 bei Red Bull Salzburg unter Vertrag (64 Tore in 52 Spielen), könnte im Juli 2009 seinen Vertrag kündigen und für zwei ausstehende Jahresgehälter (da sein Vertrag noch bis 2011 läuft) Entschädigung zu einem anderen Verein wechseln – diese Entschädigung dann wohl von seinem neuen Arbeitgeber übernommen werden würde.

In Stein gemeißelt ist diese Regelung nicht, da das CAS jeden Fall für sich gesondert betrachtet. Fest steht jedoch, dass ein Transfer im Winter für sämtliche Parteien die beste Lösung wäre: Janko würde sich einen langwierigen Rechtsstreit (im „Fall Webster“ eineinhalb Jahre, vorangegangen waren zwei Spiele Sperre für Webster sowie 900.00 Euro Geldstrafe) ersparen und könnte im Sinne des österreichischen Fußballs schon im Frühjahr für einen ausländischen Klub auf Torjagd gehen, und Red Bull Salzburg könnte in wirtschaftlich schweren Zeiten die Aktie Janko zum Höchstpreis verkaufen…

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~ von hofaj - Oktober 24, 2008.

2 Antworten to “Die Aktie Marc Janko”

  1. Hat da Janko nicht im Frühjahr verlängert? Fängt dann nicht diese 3-Jahres-Reglen von vorn an?

  2. das könnte natürlich eine streitfrage sein!

    so wie ich es verstanden habe zählt es aber 3 jahre ab dem zeitpunkt des erstmaligen vertragsabschlusses!

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