Faschistischer Stiefel


Frisst der Neofaschismus den Stiefel auf?

„Ich bewundere die Fähigkeit des Faschismus, den Bürgern Ordnung und Sicherheit zu garantieren.“ Nicht etwa Umberto Bossi, Vorsitzender der rechtsextremen Partei Lega Nord, ist dieser Satz zuzuschreiben, sondern Christian Abbiati, Stammtormann beim AC Milan (siehe „Presse“-Artikel).

Abbiati reiht sich damit in eine Reihe von italienischen Fußballern, die offen mit dem Faschismus kokettieren. Bekanntestes Beispiel ist wohl Paolo di Canio, der sich vor allem am Ende seiner Karriere beim SS Lazio Rom als Held der berüchtigten ultrarechten Fangruppe Irriducibili feiern ließ.

Wie im „Presse“-Beitrag zu lesen, ist auch bei Roma-Mittelfeldspieler Alberto Aquiliani und bei Nationaltormann Gianluigi Buffon rechtes Gedankengut zu finden. Auf so manchen italienischen Tribünen, vor allem bei Lazio Rom, gehören faschistische Symbole ohnehin zur Grundausstattung.

Obwohl sich Italien seit einigen Jahren als Brennpunkt dieses Problems erweist, sind auch in anderen europäischen Ländern Rassismus und Faschismus untrennbare Begleiter des Fußballs. Wie der ballesterer in seiner Ausgabe 21 (April/Mai 2006) im Artikel „Die Affen von Saragossa“ aufzeigt, ist Rassismus alltäglich in der spanischen Primera Divison. Besonders schlimme Beleidigungen musste vor allem Barca-Stürmer Samuel Eto’o (Kamerun) ertragen. Höhepunkt: Eto’o wollte im Februar 2006 nach ständigen Affenlauten von Saragossa-Fans sogar das Spielfeld verlassen.

Polen ist ein weiteres Land, in dem sich Fußball und Rassismus die Hand geben. Die Einbürgerung des Brasilianers Roger Guerreiro knapp vor der Euro 2008 war vielen Polen ein Dorn im Auge. Guerreiro erzielte übrigens gegen Österreich das einzige polnische Turniertor.

Auch aus Frankreich, Deutschland, Schweiz, Serbien oder Kroatien kommen immer wieder Meldungen über rechte Exzesse. In Österreich gibt es natürlich ebenso Unverbesserliche. Ein aktuelles Beispiel: Als Louis Ngwat Mahop am Sonntag das 1:0 der Salzburger in der UPC-Arena erzielte, kamen einige Klopfer nicht umhin, den Torschützen mit Affenlauten zu schmähen.

Der Unterschied zu Italien: Nur am Stiefel legitimieren die Spieler durch offene politische Bekenntnisse den Schwachsinn, den ihre Fans auf den Tribünen veranstalten.

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~ von jackoby - September 26, 2008.

4 Antworten to “Faschistischer Stiefel”

  1. da können wir in Österreich über die verschwindend geringe Anzahl von rassistisch motivierten Fans in den Stadien ja fast noch froh sein…

  2. Auch einer allein ist einer zuviel. Die sollte man alle auf eine unbewohnte Insel verschiffen (bei Grönland?), wo sie dann ihr viertes Reich errichten können, oder im Gleichschritt marschieren oder was weiß ich. Dann solls mir egal sein.

  3. Ittoqqortoormiit soll ein ganz netter Ort sein auf Grönland 🙂

    Spaß beiseite: Mir wärs recht, wenn wir diese Idioten nicht ausschiffen müssten, sondern es dieses Gedankengut erst gar nicht geben würde…

  4. Naja, der Haider will den Krankenkassen ja eh die Schulden erlassen. Die könnten dann für die Verschiffung aufkommen, weil eigentlich ist das ja eine Krankheit… 🙂

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