Die Noten


Schon in der Schule gabs für schlechte Schularbeiten Noten, so auch für unsere Spieler nach dem Litauen-Spiel.

Alexander Manninger: Gut.
An den beiden Gegentoren schuldlos, lieferte der Juventus-Legionär eine solide Partie ab. Was zu halten war, hielt er. Der Keeper versuchte nach dem Rückstand, das Spiel von hinten heraus zu beschleunigen (das macht den großen Unterschied zu Macho aus), seine weiten Abschläge landeten aber meist beim ideenlosen Maierhofer, der damit nichts anfangen konnte.

Gyuri Garics: Befriedigend.
Garics hatte auf der rechten Abwehrseite viel zu tun, musste er doch immerhin jene Löcher stopfen, die sich durch Harniks Ausflüge oft auftaten. Mit Litauens Danilevicius hatte er – wie die gesamte Abwehr – seine liebe Not, zog sich aber besser aus der Affäre als die Innenverteidigung.

Sebastian Prödl: Genügend.
Prödl leidet seit seinem Wechsel nach Bremen an einem hartnäckigen Formtief. Im Vergleich zum alten „Basti Fantasti“ fehlen ihm das ausgeklügelte Stellungsspiel und – damit zusammenhängend – das Timing beim Tackling. Der Bremer, der bei Mertesackers Rückkehr bei Werder wohl zum Bankerldrücker mutiert, ließ sich zu oft von Danilevicius narren. Nur im Kopfballspiel erinnert er noch manchmal an sein altes Ich.

Martin Stranzl: Genügend.
Anstatt direkt nach vorne zu spielen, nutzte er die gesamte Breite des Spielfelds aus und verzörgerte somit das Aufbauspiel. Der Moskau-Legionär wirkte beim Pressing der Gastgeber etwas unsicher, und drosch den Ball lieber blindlings nach vorne, als kontrolliert von hinten heraus zuspielen.

Emanuel Pogatetz: Befriedigend.
Hatte defensiv auf der linken Seite fast alles im Griff, wurde auch nach bestem Wissen und Gewissen von Fuchs unterstützt. Nach vorne klappte nicht viel, tauchte der Middlesbrough-Kapitän doch nur zwei Mal vor dem gegnerischen Tor auf. Musste manchmal in der Innenverteidigung aushelfen, wenn Stranzl und Prödl wieder mal planlos waren.

Paul Scharner: Befriedigend.
Der „Gepard“ räumte im Mittelfeld ab – genau das, was er machen sollte. In die Offensive schaltete er sich zumindest öfter ein als unser zweiter Sechser, Rene Aufhauser. Was so auch gut war. Spielte im Endeffekt eine unauffällige Partie, und bewies wieder einmal, dass er ein verlässlicher Handwerker ist, der aber technische Defizite aufweist.

Rene Aufhauser: Nicht genügend.
Der Voitsberger zeigte wieder einmal, warum er im Team eigentlich nichts zu suchen hat: Technisch schwach, mit dem ohnehin schon recht geringen Tempo überfordert, im Zweikampf meistens zu spät. Immer für eine „Kerze“ gut, scheiterte ein kontrollierter Spielaufbau meistens an ihm. Bitte das nächste Mal draußen lassen bzw. gar nicht nominieren.

Martin Harnik: Nicht genügend.
Das war nix. Der „Piefke“ fand nie ins Spiel, war in der Defensive überfordert, brachte offensiv nichts. Über seine Seite ging so gut wie gar nichts, in der Offensive musste sich das Team auf die linke Fuchs-Seite verlassen. Und war damit verlassen.

Andreas Ivanschitz: Genügend.
Nachdem er im Spiel gegen Frankreich schon große Probleme hatte, das Spiel der Österreicher zu ordnen und zu lenken, konnte er in Litauen einmal mehr nicht überzeugen. Nach dem Rückstand nahm er wieder seine typische „Is-ja-eh-schon-wurscht“-Körperhaltung an. Als das Team einen Kapitän brauchte, war er nicht da, bekam den Mund nicht auf oder lag am Boden. Wenn es strittige Pfiffe des Schiedsrichters gab, stand er immer meterweit vom Unparteiischen entfernt. Was ist denn das für ein Kapitän?

Christian Fuchs: Genügend.
Schwache Partie des Bochumers. Er lief zwar (wie immer) viel, machte aber auch dementsprechend viele leere Meter. Defensiv bot er eine durchschnittliche Leistung und ließ seinen Hintermann zumindest nicht immer allein im Regen stehen (im Gegensatz zu Harnik). Der Mann ist aber einfach technisch zu schwach, um nach vorne auch nur für einen Anflug von Gefahr zu sorgen. Ümit, bitte komm schnell zurück.

Stefan Maierhofer: Genügend.
Konnte Marc Janko nicht einmal im Ansatz ersetzen. Der Ex-Bayernspieler wirkte ideenlos, die Rücklagen auf seine Hintermänner funktionierten überhaupt nicht. Er sollte mit Kopfbällen für Gefahr vor dem gegnerischen Tor sorgen, was nicht klappte. Maierhofer fehlen die technischen Qualitäten Jankos. Wenn der Ball sich auf Kopfhöhe befindet, kann er etwas damit anfangen – wenn nicht, wars das meistens mit dem Angriff.

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~ von Stoffl - September 10, 2008.

6 Antworten to “Die Noten”

  1. Bis auf die zwei letzten Noten stimme ich 100% überein, m.M. nach hat sich Fuchs schon einen 3er verdient und Maierhofer ruhige einen Grad schlechter.
    Statt dem Maierhofer kann man auch einen 2m Pfosten am 16er einschlagen, bei dem weiß man dann wenigstens wie der Ball wegspringt wenn man ihn anspielt.

  2. Maierhofer habe ich auch schlechter gesehen – auch wenn er keine Unterstützung hatte und er einen Stürmer an seiner Seite braucht!

    Fuchs war mMn sowas von schwach, technisch eine Katastrophe, 2 Torschussmöglichkeiten kläglich vergeben

  3. Roland Linz gehört lobend dafür erwähnt, dass er seine Magen-Darm-Grippe nicht bei sich behalten konnte… 😉

  4. wie er die wohl übertragen hat? 🙂

  5. Fuchst heißt übrigens Christian, nicht Christoph!

  6. oh, danke für den hinweis!

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