Von den Griechen lernen


Andreas Ivanschitz bleibt also Kapitän der österreichischen Nationalmannschaft. Kein Wunder, hat doch Teamchef Brückner seinen Spielern die Wahl ihres Spielführers selbst überlassen. Das Ergebnis (Bestätigung des „Amtsinhabers“) war somit keine Überraschung. Ähnlich wie bei Klassensprecherwahlen entscheiden eher Sympathien und Freundschaften anstatt Kompetenz und Führungsqualität. Wer will schon wenige Tage vor dem wichtigen Frankreich-Spiel interne Konflikte schüren?

Somit müssen Österreichs Fußballfans auch die bevorstehende WM-Qualifikation mit Ivanschitz als Kapitän leben; einem Spieler, der keine Verantwortung übernimmt, nie reinigend auf den Tisch haut und seit der Euro von allen Seiten massiv kritisiert wird.

Das verteidigende Argument, dass die Österreicher halt gerne ihre „Helden“ demontieren, ist in diesem Fall nicht zulässig. Auf Rhodos kam ich letzte Woche mit zwei griechischen Fußballfreaks ins Gespräch (einer Panathinaikos-, der andere Olympiakos-Anhänger). Ihr Urteil über Ivanschitz: zu langsam, zu wenig initiativ, zu wenig fordernd, übernimmt kaum Verantwortung, ein Drückeberger. Die Leistungskurve wird als Tal mit vereinzelten Erhebungen beschrieben: „Ein Spiel gut, drei Spiele Scheiße“.

Kein Wunder, dass unser Teamkapitän bei Pana mittlerweile zum Edelreservisten mutiert ist. In Österreich wird dem ehemaligen Wunderknaben hingegen weiterhin der Hof gemacht. Der bald 25-jährige Ivanschitz steuert jedoch bereits auf den Zenit seiner Karriere zu. Beängstigend …

Übrigens: Auch in einer anderen Sache können wir von den Griechen lernen. Nachdem Olympiakos wie Rapid von Famagusta aus der Champions-League-Quali geworfen wurde, setzte es verbale Prügel für die Roten aus der Hafenstadt. Es verwundert im Nachhinein sehr, mit welchen Samthandschuhen Österreichs Vize-Rekordmeister nach der „Blamage des Jahrzehnts“ angegriffen wurde.

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~ von jackoby - September 2, 2008.

Eine Antwort to “Von den Griechen lernen”

  1. Bei Rapid haben sich nach der Famagusta-Pleite die Spieler wenigstens selbst an der Nase gezogen und die folgenden Spiele sehr gut gespielt!

    Beim Team findet diese Selbstreinigung leider nicht statt…

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