Tiflis, Suduva und FCZ – Die Hürden unserer Klubs


Wie schon gewohnt, gibt es bei Chancentod ausführliche Portraits der Gegner der österreichischen Klubs im Europacup. Diese heißen WIT Georgia Tiflis (ggn. Austria Wien), FK Suduva (ggn. Red Bull Salzburg) und FC Zürich (ggn. Sturm Graz). Sollte Rapid Wien am Mittwoch gegen Anorthosis nach dem peinlichen 0:3 in Larnaka doch noch aufsteigen, wird Olympiakos natürlich noch nachgereicht.

WIT Georgia Tiflis. „Noblesse oblige“ – Adel verplichtet. So steht es im Logo des georgischen Vizemeisters der Vorsaison geschrieben. Will man diesem Motto folgen, gibt es für den Gegner der Wiener Austria wohl nur ein Ziel: Den Aufstieg in die Hauptrunde des UEFA-Cups.

Der Klub aus der Hauptstadt Tbilisi (1,09 Mio. Einwohner) wurde 1968 unter dem Namen „Morkinali Tbilisi“ gegründet; 1997 folgte die Umbenennung in WIT Georgia Tbilisi. Namensvetter und Sponsor ist die WIT Georgia Company, die im Kaukasus-Gebiet unter anderem Tierfutter vertreibt. Gespielt wird im Armazi-Stadion, das ca. 4 000 Zuschauer fasst und sich 15 Kilometer außerhalb von Tiflis befindet. Den größten sportlichen Erfolg feierte das Team in der Saison 2003/04, als man die georgische Meisterschaft holte. Die auffälligsten Spieler im durchwegs jungen Kader der Georgier waren damals noch nicht dabei; die Stürmer Jaba Lipartia (27) und Nickolas Gelashvili (23) glänzten aber in der vergangen Saison immer wieder als Torschützen. Den Aufstieg in die nächste UEFA-Cup-Runde verdankt die Truppe jedoch dem Mittelfeldspieler Luka Razmadze, der erst in der 90. Minute mit seinem Tor zum 1:0 den Aufstieg gegen Spartak Trnava fixierte.

Das Siegestor von Luka Razmadze gegen Trnava

Und auch gegen die Wiener Austria wird sich WIT Georgia Tiflis wohl die eine oder andere Chance ausrechnen, immerhin machte man am Kaukasus schon gute Erfahrungen mit österreichischen Klubs. So traf man beispielsweise in der Saison 2001/02 im UI-Cup auf den SV Ried und stieg dank Auswärtstorregel auf (Gesamtscore 2:2). Genau diese Regel wurde den Georgiern jedoch 2003 zum Verhängnis, als man gegen Pasching (ebenfalls im UI-Cup, Gesamtscore 2:2) den Kürzeren zog.

FK Suduva. Der FK Suduva wurde, wie WIT Georgia Tiflis, 1968 gegründet. Der Klub spielt in der Stadt Marijampolė, die ca. 70 000 Einwohner hat und als wichtige Industriestadt im Südwesten Litauens gilt.

Nach der Unabhängigkeit Litauens von der Sovjetunion spielte der Klub in der zweiten litauischen Liga. In der ersten Saison stiegen die Rot-Weißen direkt auf, gaben die Lizenz jedoch zurück und mussten weiterhin in der zweiten Klasse kicken. Das Intermezzo dauerte aber nur eine halbe Saison lang – Suduva stellte den Spielbetrieb ein und stieg somit automatisch in die dritte Liga ab. Dann aber folgte ein Durchmarsch in die A-Lyga, die man 2001 erreichte. In den ersten Jahren befand sich die Mannschaft eher im unteren Teil der Tabelle und musste gegen den Abstieg kämpfen. 2005 jedoch belegte man den dritten Platz und spielte somit erstmals international. In der UEFA-Cup-Quali kam jedoch das Aus gegen den FC Brügge. Als Wiedergutmachung holte Suduva 2006 dann den litauischen Pokal.

Eine der Mannschaftsstützen ist der 29-jährige Stürmer Povilas Luksys, der bisher zwei Mal im litauischen Nationaldress auflief. Auffällig ist auch der routinierte zentrale Mittelfeldspieler Darius Maciulevicius (34), der unter anderem schon in Russland und Israel unter Vertrag stand und für die Standardsituationen der Litauer zuständig ist.

Darius Maciulevicius trifft für den FK Suduva

FC Zürich. „Dä Stadtclub vo Züri“, wie er auf der offiziellen Website genannt wird, ist der älteste Fußballklub der Schweiz. Der Traditionsklub aus dem Zürcher Norden spielt im für die EURO 2008 sanierten Letzigrund, der 26 600 Zuschauer fasst. Der FCZ wurde 1896 gegründet, holte in dieser Zeit sieben Mal den Schweizer Cup und insgesamt elf Mal den Meisterteller. Das letzte Mal gelang dies 2007; viel denkwürdiger war jedoch das Saisonfinale 2005/06. Im letzten Saisonspiel gegen den direkten Titelkonkurrenten FC Basel gelang Iulian Filipescu das Tor zum 2:1-Auswärtssieg der Zürcher. So sicherte man sich nach 25-jähriger Durststrecke den zehnten Meistertitel.

Das Siegestor von Iulian Filipescu gegen den FCB

Schärfster Rivale der Blau-Weißen ist der ebenfalls in Zürich ansässige Grasshoppers Club, der auchin der Nationalliga A spielt. Während den Grasshoppers das Image eines Clubs der Oberschicht anhaftet, gilt der FCZ eher als Arbeiter-Verein. Berühmt-berüchtigt sind die Fans des „Stadtclubs“, die immer wieder für die ein oder andere negative Schlagzeile gut sind. So musste der Traditionsverein für diverse Verfehlungen seiner Fans zwischen dem 26.7. 2006 und dem 20.4. 2008 insgesamt 350 900 Franken an Geldstrafen berappen.

Im Vergleich zum Wert mancher Spieler im Kader der Zürcher wirkt diese Summe jedoch eher marginal. Den höchsten Marktwert erzielt der Tunesier Yassine Chikhaoui, der letzte Saison vom frisch gebackenen afrikanischen Championsleague-Sieger Etoile Sportive du Sahel zu den Eidgenossen stieß. Der beidfüßige Offensive-Spieler kostet laut transfermarkt.de 4,5 Mio. Euro, ist zurzeit aber verletzt. Helfen kann den Schweizern hingegen Alexandre Alphonse, der für den FCZ am häufigsten im Europacupo trifft.

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~ von Stoffl - August 4, 2008.

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