Lasst sie spielen! – Und uns dabei zusehen…


Ein Spiel pro Runde, und das ist meist nicht der große Kracher: Das Ergebnis der Öffnung des Marktes für Liveübertragungen von Fußballspielen schränkte den ORF in seiner Berichterstattung ein, Zusammenfassungen dürfen nur mehr ab gewissen Zeiten gezeigt werden, und auch dafür gibt es ein strenges Reglement, was gezeigt werden darf, und was nicht. Live zu sehen sind sämtliche Spiele nur auf Premiere oder eben vor Ort im Stadion. Was Österreichs Fußballfans vor einigen Jahren widerfuhr, ist auch in England und anderen europäischen Ligen seit Jahren der Fall. Wie auch teilweise in Deutschland, wo jetzt ein Spruch des Kartellamtes hohe Wellen auch Abseits der Stadien schlägt…

Die Fernsehrechte der Bundesliga unserer Nachbarn sollen nach einem Spruch des Deutschen Kartellamtes massiv verändert werden, bis dato zeigte die allseits bekannte und beliebte „Sportschau“ der ARD Samstag für Samstag 90 Minuten Zusammenfassung von sechs Spielen. Dafür zahlt die ARD ca. 100 Millionen Euro pro Jahr. Diese Regelung soll nun fallen, eine Beschneidung der Übertragungszeiten und eine zeitliche Rückverschiebung auf nach 20 Uhr steht im Raum. Würde man den frei empfangbaren Fernsehanstalten Sendezeit wegnehmen, würde sich Premiere bereit erklären, mehr als die bisherigen 240 Millionen Euro pro Jahr zu zahlen.

Zahlen- und Machtspiele, bei der die Fernsehsender möglichst gute Geschäfte für möglichst wenig Geld machen wollen, ebenso wie die Vereine, für die die Fernseheinnahmen die Butter am Brot bedeuten.

Österreichische Fans kennen die Situation, am Sonntagnachmittag Ried gegen Mattersburg oder sonstige stinklangweilige Duelle, bei denen es oft um nichts mehr geht, verfolgen zu müssen, anstatt sich voller Inbrunst RapidRed Bull hingeben zu dürfen…

Treffend formulierte es Holger Kreitling, stv. Ressortleiter Kultur von Welt-online: „Es gibt also viele Gründe für die Vereine, sich weiter zu entwickeln und andere Wege einzuschlagen. Der Umweg der Verknappung des Angebots gehört nicht unbedingt dazu. Fußball hat eine öffentliche Qualität – und auch eine gesellschaftliche Aufgabe. Wer die Bundesliga wachsen sehen will und ihr eine verheißungsvolle Zukunft wünscht, der muss die Spiele zeigen. Woche für Woche.“

In diesem Sinne, zeigt sie uns bitte, ALLE!

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~ von hofaj - Juli 29, 2008.

Eine Antwort to “Lasst sie spielen! – Und uns dabei zusehen…”

  1. Konsequenzen für den Fußballfan: Niedrigere TV-Gelder – höhere Eintrittspreise.

    http://www.focus.de/sport/fussball/fussball-dfl-rettig-denkt-ueber-teurere-tickets-nach_aid_320968.html

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