Meister 2008/09 ist…


Nur noch vier Tage bis zum Beginn der Meisterschaft 2008/09 mit der Partie Sturm gegen Rapid. Noch nie war eine Sommerpause ohne Fußball so kurz, die Vorbereitungszeit war knapp, die Transfers der Klubs noch gar nicht alle abgeschlossen.

Chancentod nimmt alle zehn Mannschaften ins Visier und analysiert deren Chancen in der kommenden Saison. Dabei gibt es für jede Mannschaft eine Bewertung im Bälle-System, fünf Bälle stehen für die größten Chancen auf den Gewinn des Meistertitels.

SK Rapid Wien

Nach dem doch überraschenden Meistertitel in der vergangene Saison mit einem extrem starken Frühjahr schlupfen die Hütteldorfer wohl eher in die Rolle des Jägers als in die des Gejagten. Mit Korkmaz und Bazina hat man zwei Stammkräfte abgeben müssen, die vor allem für die spielerische Linie sorgten. Die Verletzung von Payer schmerzt, mit Georg Koch dürfte man jedoch adäquaten Ersatz gefunden haben. Wie stark Ketelaer und Jelavic wirklich sind, muss man noch abwarten, auch der junge Gartler muss seine 21 Tore aus der Red-Zac-Liga erst bestätigen.

 

Red Bull Salzburg

Die Mozartstädter schlugen groß zu am Transfermarkt, Neo-Coach Adriaanse holte mit Tchoyi, Boussaidi und Traoui drei Unbekannte zu den Dosen, die Qualitäten von Nelisse, Opdam und Gercaliu sind bekannt. Der Abgang von Steinhöfer wird Red Bull wohl am meisten schmerzen, auch Carboni war jahrelang ein fixer Bestandteil des defensiven Mittelfeldes. Adriaanse wird aus dem großen Kader schnell eine funktionierende Mannschaft basteln müssen, dennoch wäre bei diesen Investitionen und der Qualität und Quantität des Kaders alles andere als die Meisterschaft eine herbe Enttäuschung.

FK Austria Wien

Im Jahr eins nach Frank Stronach schlug die Wiener Austria dennoch kräftig zu am Transfermarkt: Mit Mario Bazina und Xiang Sun, dem ersten Chinesen in der Bundesliga, holte man qualitativ hochwertige Verstärkungen, zudem fanden Mössner, Almer, Hattenberger, Kramer, Sand, Madl, Dragovic und Suttner den Weg an den Verteilerkreis. Diese Verstärkungen waren bei den Abgängen von Stammkräften wie Kuljic, Gercaliu, Vachousek, Ertl oder Radomski auch bitter notwendig. Trainer Karl Daxbacher steht ein junges Team gespickt mit Routiniers zur Verfügung, die Veilchen sollten ganz vorne mit dabei sein.

SK Sturm Graz

Die Grazer sind wohl jene Mannschaft der Bundesliga, die den kräftigsten Aderlass hinnehmen musste. Prödl, Krammer, Salmutter, Prettenthaler verließen den Verein, der Wechsel von Jürgen Säumel dürfte wohl auch in den nächsten Wochen über die Bühne gehen. Mit Petr Hlinka und Ferdl Feldhofer holte man sich zwei ehemalige „Blackies“ zurück in die Steiermark, unterm Strich werden die Zugänge die Abgänge jedoch nicht ersetzen können. Das Sturm-Schicksal schlug erneut zu, Trainer Franco Foda muss wieder eine komplett neue Mannschaft aufbauen.

SV Mattersburg

Bemerkenswert bei den Burgenländern, dass sie keine neuen Ausländer verpflichteten, sondern sich aus dem bereits bestehenden Pool in der Bundesliga bedienten. Ob ein Lindström einen Kühbauer wirklich ersetzen kann, bleibt genau so fraglich wie der Ersatz von Christian Fuchs auf der linken Seite im Mittelfeld. Mit diesem Kader sind die Mattersburger wohl wieder nur im Mittelfeld zu finden.

LASK Linz

Nach dem überraschend guten Abschneiden im vorigen Jahr kommt für den LASK heuer das schwierige zweite Jahr in der höchsten Spielklasse. Der Kader konnte von der Qualität und Quantität gehalten werden, einzig der Abgang von Trainer Daxbacher dürfte die Linzer schmerzen. Sein Nachfolger Andrej Panadic ist noch eine Unbekannte, der sechste Platz aus dem Vorjahr sollte auch heuer wieder erreicht werden können.

SV Ried

Den Knalleffekt bei der Spielvereinigung gab es diese Woche, als Georg Zellhofer nach der kompletten Vorbereitung bekannt gab, doch nicht als Trainer fungieren zu wollen. Grund dafür: Zellhofer knüpfte seine Zusage an eine qualitative Verstärkung des Kaders, diese blieb aus. De facto müssen die Rieder mit den Abgängen von Pichorner, Goalie Berger, Akagündüz, Dospel und Erbek kämpfen, gleichwertige Verstärkungen blieben noch aus. Damit sind die Rieder wohl aus dem Abstiegskampf nicht wegzudenken.

SCR Altach

Die Vorarlberger konnten mit Ze Elias einen wahrlich prominenten Neuzugang verpflichten, spielte der Brasilianer in der Selecao und bei prominenten Klubs in ganz Europa. Jedoch dürfte er nicht ganz fit sein, allzu viel sollte man sich von ihm nicht erwarten. Sonst verlief die Transferzeit ruhig in Altach, auch heuer wird das Ziel der Klassenerhalt sein.

SK Austria Kärnten

Nach den Turbulenzen um die Lizenz und den Problemen mit dem Schwesterklub FC Kärnten schlugen die Kärntner rund um Frenkie Schinkels ordentlich zu am Transfermarkt. Allerdings mussten auch namhafte Akteure wie Kollmann, Plassnegger, Mössner oder Ketelaer den Verein verlassen. Mit diesem Kader werden die Kärnter auch heuer wieder ernsthafte Probleme haben, die Klasse zu halten.

SV Kapfenberg

Die Kapfenberger werden als Aufsteiger die große Unbekannte sein. Pasching und LASK lebten den Idealfall vor und qualifizierten sich nach dem Aufstieg im oberen Mittelfeld. Auf jeden Fall ist mit den Kapfenbergern ein Traditionsverein zurück in der höchsten Spielklasse, mit dem ehemaligen tschechischen Internationalen Milan Fukal hat man sich auch entsprechend verstärkt. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die Steirer den Umstieg auf ein höheres Level tatsächlich schaffen, normalerweise sollten die Kapfenberger in den Abstiegskampf verwickelt sein. 

 

Den größten Kader der neuen Saison haben gegen alle Erwartungen nicht die Salzburger, sondern die Kapfenberger mit 30 Mann. Über den kleinsten Kader verfügen die Wiener Austria, Sturm und Mattersburg mit je 23 Mann. Die jüngste Mannschaft stellt wieder der SK Sturm mit einem Durchschnittsalter von 24,6 Jahren, die älteste Mannschaft Red Bull mit 28,0 Jahren. Den höchsten Marktwert hat die Truppe von Co Adriaanse mit 37,5 Millionen, gefolgt von Rapid und der Austria. Das Schlusslicht bildet Kapfenberg.

Insgesamt spielen 78 Legionäre in der österreichischen Bundesliga, was einen Ausländer-Anteil von 31,0% bedeutet. (sämtliche Daten: http://www.transfermarkt.at/de/wettbewerb/A1/bundesliga/uebersicht/startseite_sort_mw.html)

Advertisements

~ von hofaj - Juli 4, 2008.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: