Jerewan, Soligorsk & Co: Das sind die Gegner


Die Gegner der österreichischen Champions-League- und UEFA-Cup-Teilnehmer stehen also fest. Meister Rapid Wien trifft auf Anorthosis Famagusta (CYP) bzw. auf Pjunik Jerewan (ARM), die Salzburger müssen gegen Banants Jerewan (ARM) bestehen, die Wiener Austria tritt gegen Tobol Kostanay (KAZ) an und Sturm Graz muss nach Soligorsk (BLR) zum dortigen Verein Shakhtyor. Wie immer in den ersten Quali-Runden für die europäischen Bewerbe sind klingende Namen Mangelware. Und deswegen lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Anorthosis Famagusta. Anorthosis ist neben Nea Salamis einer von zwei Fußballklubs der zypriotischen Stadt Famagusta. Die Stadt hat an die 60 000 Einwohner und gehört völkerrechtlich zur Republik Zypern. Seit 1974 steht Famagusta jedoch unter der Verwaltung der türkischen Republik Nordzypern, die nach der türkischen Militärinvasion im Jahr 1974 gegründet wurde. Aus Protest wanderten die beiden heimischen Klubs Nea Salamis und Anorthosis ab, und fanden im benachbarten Larnaka eine neue Heimstätte. Gespielt wird zurzeit im Antonis Papadopoulos Stadion, das 9 300 Zuschauer fasst.

Anorthosis feierte bis dato 13 Meisterschaften (davon sieben im Exil) und elf Pokalsiege (davon sechs seit dem Umzug nach Larnaka). Den wohl prestigeträchtigsten Sieg in der Vereinsgeschichte fuhr man 26. Juli 2005 ein, als man in der Champions-League-Quali Trabzonspor mit einem 3:1 zurück in die Türkei schickte.

Der Star der Mannschaft ist der polnische Ex-Teamspieler Lukasz Sosin, der in 147 Ligaspielen auf Zypern 113 Tore schoss (Stand: Mai 2008 ) und drei Mal hintereinender Torschützenkönig der zypriotischen Liga wurde. Der Mittelstürmer spielte drei Mal im polnischen Team und schoss dabei zwei Tore. Seinen Marktwert schätzt transfermarkt.de auf 2 Mio. Euro.

Pjunik Jerewan. Jerewan ist mit knapp 1,1 Mio. Einwohnern die größte Stadt Armeniens und gleichzeitig auch die Hauptstadt des Landes. Die Stadt liegt 950 bis 1 300 Meter über dem Meeresspiegel am Ufer des Flusses Hrasdan, einem Zufluss des Arax. Neben dem Klub Pjunik beheimatet die Stadt auch noch die Klubs Ararat, Ulissis, Banants, Zvartnoc-AAL, Aschtarak und Kilikia.

Der FC Pjunik spielt im Stadion der Republik (Fassungsvermögen 25 000) und wurde insgesamt zehn Mal Meister und drei Mal Pokalsieger. 1995 fusionierte Pjunik mit dem Verein Homenetmen, mit dem sie 1996 und 1997 die Meisterschaft gewannen. Später spaltete sich Homenetmen von Pjunik ab und spielte fortan unter dem neuen Namen Kilikia – die beiden Meistertitel sprach der armenische Fußballverband jedoch Pjunik zu.

Den größten Star der Mannschaft verkaufte Pjunik 2007. Damals ging Kameruns Nachwuchs-Nationalspieler Carl Lombé zum SV Wehen. Im jetzigen Kader des armenischen Meisters stehen nur zwei Ausländer – und die kommen (wie könnte es auch anders sein?) aus Uruguay…

Banants Jerewan. Banants Jerewan wurde 1992 in der Stadt Abowjan gegründet und gewann auf Anhieb den armenischen Pokal. Dem Umzug nach Jerewan 1995 folgte eine lange Durststrecke, denn erst 2007 konnte man den Pott erneut holen. 2005 und 2006 war man knapp dran, unterlag im Finale aber Aschtarak und Pjunik. Banants spielt zurzeit im Nairi-Stadion mit einem Fassungsvermögen von 6 800 Zuschauern.

Auffälligster Spieler ist Hovhannes Grigoryan – mit einem geschätzten Marktwert von 200 000 Euro ist er der teuerste Spieler seiner Mannschaft. Außerdem trägt er den selben Namen wie ein armenischer Dichter.

FC Tobol Kostanay. Die Stadt Kostanay ist mit knapp 235 000 Einwohnern die vierzehntgrößte Stadt  Kasachstans und die Hauptstadt des Gebiets Kostanay. Sie liegt an der Grenze zu Russland am Fluss Tobol, nach dem auch der Klub FC Tobol Kostanay benannt wurde. Insgesamt brauchte es aber 41 Jahre und fünf Umbenennungen, bis der Klub endlich seinen jetzigen Namen erhielt.

2006 spielte Kostanay erstmals international, scheiterte in der Qualifikation zum UEFA-Cup jedoch am FC Basel. 2007 wurde der FC Tobol kasachischer Pokalsieger, 2003 war man noch im Finale gescheitert. Heimstätte des Vereins ist das Zetralstadion von Kostanay mit einem Fassungsvermögen von 5 800 Zuschauern.

Star der Mannschaft ist der 29-jährige rumänisch-moldawische Doppelstaatsbürger Alexander Golban, der in der Saison 2006/07 für Eintracht Braunschweig im Einsatz war und im Februar 2008 zum FC Tobol stieß. Der Stürmer absolvierte 14 Spiele im moldawischen Nationaltrikot und schoss dabei vier Tore. Sein Marktwert wird auf 450 000 Euro geschätzt.

Shakhtyor Soligorsk. Soligorsk ist die polnische Bezeichnung für die weißrussische Stadt Salihorsk. Soligorsk hat knapp über 100 000 Einwohner, gehört zum Verwaltungsbezirk der Hauptstadt Minsk und zählt zu den am schnellsten wachsenden Städten Weißrusslands.

Der Verein Shakhtyor wurde 1962 gegründet und spielt im Shakhtyor-Stadion mit einem Fassungsvermögen von knapp 3 000 Zusehern. 2005 wurde man zum ersten und einzigen Mal weißrussischer Meister, 2004 gewann man den Cup-Bewerb. In der Saison 2001/02 war der Club erstmals international tätig, scheiterte aber in der UEFA-Cup-Quali gegen CSKA Sofia. Den höchsten internationalen Sieg feierte man gegen den nordirischen Club Omagh Town, den man 7:1 vom Feld schoss. Seit 2004 ist der Club ständig international vertreten, kam aber nie über die Quali-Runden hinaus.

Star von Soligorsk ist der Stürmer Aleksiandr Klimenko (25), der erst vor kurzem sein Debüt im Weißrussischen Nationalteam gab. Im Winter jedoch musste man einen anderen Teamspieler abgeben: Innenverteidiger Pavel Plaskonny (23) verließ den Klub in Richtung Griechenland und zerreißt sich seit Jänner für Panionios Athen die Schuhe.

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~ von Stoffl - Juli 1, 2008.

2 Antworten to “Jerewan, Soligorsk & Co: Das sind die Gegner”

  1. bist du Armenien und Zypern-Experte? 🙂

    noch ein paar Eckdaten: Arian Begaj ist 31-facher Teamtorhüter Albaniens, Ocokoljic war Teamveteidiger in Serbien, Frousos Stürmer im griechischen Team,
    Costa war bei Bordeaux, venezia, Reggina, FC Porto und Real Madrid – wenn auch nur Ersatz
    Bardon erzielte in Bulgarien in drei Saisonen 30 Tore

    also allesamt keine schlechten, die Famagusta da hat!

    Trotzdem: wir haben Maierhoffer!!! 🙂

  2. 🙂 Sowas nennt man Recherche lieber Hofa…

    Wir werden ohnehin sehen was passiert, rein vom Papier her sind alle Gegner schlagbar – was aber noch nichts heißen muss.

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